Foto (v.l.) Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender DZ BANK, DRV-Ehrenpräsident Manfred Nüssel, sein Nachfolger Franz-Josef Holzenkamp und Verbandspräsident Michael Bockelmann

Berlin, 30. Juni 2017. In einer Feierstunde, an der Bundekanzlerin Dr. Angela Merkel und 250 Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und der Genossenschafts-Organisation teilnahmen, wurde Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), mit der Raiffeisen-Medaille ausgezeichnet.

„Sie verfügen über ein tiefes Verständnis der gesamten Wertschöpfungskette, gewissermaßen vom Hof bis auf den Teller, das so nur sehr wenige mitbringen, verbunden mit einem ausgeprägten Gespür für die „Logik des Politischen“. Zwischen Hof und Teller liegen Produktions- und Handelsstufen, Verbraucherschutz und Tierwohlbelange, wettbewerbsrelevante Themen, strategische Aufgabenstellungen und schließlich auch Finanzierungsfragen. Wer durch dieses Aufgabendickicht erfolgreich navigiert, muss schon ein genossenschaftliches Multitalent sein. Es ist ein Glücksfall für unsere Organisation, dass Manfred Nüssel auf so vielen Gebieten voll reicher Erfahrung und Begabung agieren konnte. Begleitet werden diese gelebten genossenschaftlichen Ideale von einem beherzten und reflektierten Eintreten für marktwirtschaftliche Überzeugungen“, würdigt Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ BANK AG, das fast 18-jährige Engagement Manfred Nüssels, dessen Amtszeit am 30. Juni 2017 endet.

„Zweifelsohne brauchen Märkte ein Mindestmaß an Freiheit, um ihre Wirkmacht zu entfalten, aber ebenso klare Regeln, damit aus dem freien Spiel kein zügelloses Treiben wird. Bisweilen bedarf es hierfür neben klaren Regeln auch weiterer Korrektive. Das gilt umso mehr für Agrar- und Lebensmittelmärkte, die nicht nur dem Kriterium der Markteffizienz entsprechen, sondern auch Versorgungssicherheit garantieren müssen. Gerade in der jüngsten Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich die stabilisierende Funktion des genossenschaftlichen Sektors für die Gesamtwirtschaft erwiesen. In dieser für uns alle mehr als fordernden Phase standen „Ware“ und „Geld“ geeint Seite an Seite. Auch daran hatten Sie entscheidenden Anteil als beständiger Partner, geschickter Netzwerker, Mittler und Brückenbauer zwischen Politik, Ware und Finanzsektor“, so Kirsch.

Der Blick nach Europa zeige eindringlich, dass das Prinzip der Selbstverantwortung nicht nur im politischen Kontext oft allzu gering ausgeprägt sei und dass es in vielen Ländern an Strukturen fehle, um Unternehmertum und Wagemut zu fördern. „Es kann nicht darum gehen, das deutsche Erfolgsmodell eins zu eins zu exportieren. Wohl aber die genossenschaftliche Idee als wirkmächtigen Ansatz stärker in das öffentliche Bewusstsein zu tragen, um Veränderung in der Breite anzustoßen. Gerade weil Genossenschaften für ein Mehr an Stabilität sorgen, gerade weil sie ein wichtiger Faktor für den Erhalt des ländlichen Raumes sind. Und gerade weil sie Antworten zu den großen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit – von der Nahrungsmittelversorgung, über Schaffung von Wohnraum, die Stärkung des Gesundheitswesens bis zur Energiesicherung – beisteuern können, sollte die Fülle der Möglichkeiten nicht rechtlich eingeschränkt, sondern vielmehr gestärkt werden. Die große Stärke der Genossenschaften ist es, Initiative aus der Mitte und zum Wohle der Gesellschaft entstehen zu lassen. In diesem Bewusstsein haben Sie, lieber Herr Nüssel, vieles bewegt und sich so um die Genossenschaften in Deutschland und ihre Zukunftsfähigkeit besonders verdient gemacht“, betont der Vorstandsvorsitzende.

DRV-Vizepräsident und Verbandspräsident des Genossenschaftsverbandes, Michael Bockelmann, bezeichnete Manfred Nüssel als unternehmerisch denkenden Landwirt, wertkonservativen Politiker und den leidenschaftlichen Genossenschaftler. „Dieser Dreiklang begründet Ihre Autorität als Verbandschef und gefragten Gesprächspartner in Politik und Medien. Und genau diese Mischung ist die Basis des beruflichen Erfolgs. In der Genossenschafts-Organisation und der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette haben Sie nachhaltig gewirkt. Sie haben Ihr Leben und Ihr Schaffen dem Genossenschaftswesen gewidmet und dazu beigetragen, dass auch kommende Generationen davon profitieren werden. Denn Ihr Leitspruch lautet: Bewährtes bewahren und frühzeitig die Weichen für die Zukunft stellen. Und deshalb danke ich Ihnen im Namen des gesamten genossenschaftlichen Verbunds und zeichne Sie mit der Raiffeisen-Medaille des Deutschen Raiffeisenverbandes aus. Diese Medaille ist die höchste Ehrung des DRV, die an maximal 30 lebende Persönlichkeiten vergeben wird“, gratuliert Michael Bockelmann.


Über den DRV
Der DRV vertritt die Interessen der genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 2.186 DRV-Mitgliedsunternehmen im Handel und in der Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen mit rund 82.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 60,1 Mrd. Euro. Landwirte, Gärtner und Winzer sind die Mitglieder und damit Eigentümer der Genossenschaften.



DRV Deutscher Raiffeisenverband e.V.

In Vertretung
Monika Windbergs M. A.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 030 856214-430