Raiffeisen-Genossenschaften – Unternehmen der Landwirte, Gärtner und Winzer

Die 2.186 Raiffeisen-Genossenschaften sind ein wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebens- und Futtermittel in Deutschland. Ihre Mitglieder – und damit ihre Eigentümer – sind Landwirte, Gärtner und Winzer. Die Raiffeisen-Genossenschaften tragen maßgeblich zur Bündelung von Angebot und Nachfrage in der Landwirtschaft bei und stärken so die Marktstellung ihrer Mitglieder gegenüber Handel und Industrie. Sie schaffen zudem bedeutende Marktpositionen in einem immer stärker globalisierten Wettbewerb.

Die Raiffeisen-Genossenschaften sind eigenständige und selbstverantwortliche Unternehmen mit privatwirtschaftlicher Ausrichtung ihrer Strategien und Aktivitäten. Ihr zentraler Auftrag ist die Förderung ihrer Mitglieder. In der Summe haben diese Unternehmen rund 350.000 Eigentümer und 82.000 Mitarbeiter. Mit ihren Produktions-, Handels- und Verarbeitungseinrichtungen sowie Betriebsstätten und Raiffeisen-Märkten bilden sie ein wichtiges wirtschaftliches Rückgrat insbesondere für die ländlichen Regionen in Deutschland.

Rechtsform stärken, Bürokratie abbauen!

Die Genossenschaftsidee ist 2016 durch die UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt worden. Die Rechtsform der Genossenschaft bietet den idealen Rahmen für gemeinsame Tätigkeiten. Sie darf nicht diskriminiert werden durch Eingriffe von Bundesbehörden, die dazu führen, dass die Fülle der Möglichkeiten des Genossenschaftsgesetzes eingeschränkt wird.

Das Genossenschaftsrecht bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, über deren Nutzung die Mitglieder in den Genossenschaften selbst entscheiden. Externe politische Eingriffe sind kontraproduktiv für die genossenschaftsinternen demokratischen Willensbildungsprozesse. Der DRV erwartet, dass die Bundesregierung für faire Rahmenbedingungen sorgt und einen Wettbewerb der Marktteilnehmer auf Augenhöhe ermöglicht. Zudem müssen die rechtlichen Möglichkeiten einer Finanzierung der ländlichen Genossenschaften durch ihre Mitglieder gestärkt werden.

Im Steuerrecht sind Rechtssicherheit und Vertrauensschutz oberstes Gebot. Der DRV fordert die Bundesregierung auf, sich gegen die in jüngster Zeit zunehmenden rückwirkenden Änderungen von Verwaltungsauffassungen einzusetzen. Diese lassen Unternehmen keinen Handlungsspielraum, führen zu immensen finanziellen Belastungen und Rechtsunsicherheit. Auch unnötiger bürokratischer Aufwand für die Unternehmen muss unterbleiben.

EU-Binnenmarkt bewahren, Gemeinsame Agrarpolitik weiterentwickeln!

Der DRV erwartet, dass sich die Bundesregierung in den aktuellen politischen Debatten über den künftigen Weg der EU für den Erhalt und den Ausbau des Gemeinsamen Binnenmarktes einsetzt. Sie muss zunehmenden Tendenzen zur Renationalisierung einzelner Politikbereiche entschieden entgegentreten. Diese beeinträchtigen die Rechts- und Planungssicherheit der Unternehmen und führen zu Wettbewerbsnachteilen. In der Gemeinschaft müssen auch künftig einheitliche wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen oberste Priorität haben.

Auch der Erhalt einer starken Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist unverzichtbar, um eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft in Europa und in Deutschland sicherzustellen. Bei der anstehenden Weiterentwicklung der GAP nach 2020 muss der Kurs der Marktorientierung konsequent fortgesetzt werden. Um die negativen Folgen der stärkeren Preisvolatilitäten für die Erzeuger und Vermarktungsunternehmen abzufedern, müssen neben dem Erhalt des Sicherheitsnetzes in der EU-Marktordnung zusätzliche Instrumente des Risikomanagements, insbesondere Warenterminmärkte, verstärkt genutzt werden. Die EU-Finanzmarktregelungen müssen die Nutzung und Fortentwicklung dieser Instrumente im Agrarsektor fördern.

Handelshemmnisse abbauen!

Die deutsche Agrarwirtschaft steht mit Ausfuhren im Wert von 65,4 Mrd. Euro und Einfuhren in Höhe von 74,5 Mrd. Euro an dritter Stelle im Weltagrarhandel. Für die landwirtschaftliche Produktion bietet Deutschland aufgrund seiner natürlichen und klimatischen Bedingungen im Weltmaßstab beste Voraussetzungen für eine ressourceneffiziente Produktion. Die qualitativ hochwertigen und Know-how- intensiven Erzeugnisse werden international geschätzt und stark nachgefragt.

Zum Ausbau von Marktpositionen in Drittländern fordert der DRV von der Bundesregierung, dass sie die Voraussetzungen für eine aktive Teilhabe Deutschlands am wachsenden internationalen Agrarhandel schafft. Dazu zählt auch, dass sie bestehende Handelshemmnisse, z. B. im Bereich des Veterinärrechts und phytosanitärer Kriterien, zügig abbaut.

Nutztierhaltung wertschätzen!

Die Tierische Veredelung ist ein wichtiges Standbein der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Forderungen aus der Gesellschaft nach Veränderungen in der Nutztierhaltung dürfen nicht einseitig und vorschnell zum Nachteil der Sparte umgesetzt werden. Die Rahmenbedingungen, z. B. für Haltungs- und Managementsysteme, sind nur schrittweise und ohne Strukturbrüche weiterzuentwickeln. Nationale Alleingänge lehnt der DRV ab. Vielmehr müssen EU-einheitliche Rahmenbedingungen geschaffen und von den Mitgliedstaaten verbindlich umgesetzt werden.

Der DRV fordert die Bundesregierung auf, staatlich initiierte Tierschutz- und Markenprogramme so zu gestalten, dass der dadurch auf allen Produktionsstufen entstehende Mehraufwand über den Markt refinanziert werden kann. Tierische Lebensmittel werden weltweit für eine ausgewogene menschliche Ernährung benötigt. Daher ist insbesondere für den Absatz von Fleisch und Fleischprodukten eine internationale Marktdifferenzierungsstrategie erforderlich.

Innovationen vorantreiben!

Für die Sicherheit und Qualität von Lebens- und Futtermitteln sind effektiver Pflanzenschutz und neue Züchtungsmethoden unverzichtbar. Die Zulassungsverfahren für diese Innovationen sind genau definiert und basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der DRV fordert die Bundesregierung auf, Wissenschaft und Forschung anwendungsorientiert zu stützen und zu fördern. Die Zulassungsverfahren müssen ohne politisch motivierte Verzögerungen zügig abgeschlossen werden. Dazu ist auf nationaler Ebene die Abstimmung der beteiligten Bundesbehörden durch eine stärkere Verzahnung erheblich zu beschleunigen und zu verbessern.

Der DRV fordert die Bundesregierung auf, wissenschaftsbasierte Optimierungsstrategien im Pflanzenschutz zu verfolgen und sich klar von pauschalen Mengenreduktionszielen zu distanzieren.

Mit Blick auf die voranschreitende Digitalisierung ist eine flächendeckende Infrastruktur mit leistungsstarken Breitbandnetzen entscheidend. Hier liegt der ländliche Raum deutlich zurück. Insbesondere die im ländlichen Raum ansässigen Unternehmen benötigen uneingeschränkten Zugang zu diesen Technologien, um neue Geschäftsfelder zu erschließen und sich im Wettbewerb zu behaupten.

 

Über den DRV
Der DRV vertritt die Interessen der genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 2.186 DRV-Mitgliedsunternehmen im Handel und in der Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen mit rund 82.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 58,8 Mrd. Euro. Landwirte, Gärtner und Winzer sind die Mitglieder und damit Eigentümer der Genossenschaften.



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