Futter

 

Besondere Bedeutung in der Lebensmittelkette

Insgesamt werden in Deutschland jedes Jahr mehr als 200 Mio. t Futtermittel (Naturalwert) zur Versorgung des Tierbestandes eingesetzt. Neben betriebseigenen Futtermitteln wie Heu, Stroh oder Silage kommt auch Mischfutter zum Einsatz. Im Kalenderjahr 2019 wurden davon etwa 24 Mio. t von der deutschen Futtermittelwirtschaft bereitgestellt. Im Vergleich der letzten Jahre liegt dies auf einem relativ konstanten Niveau. Ein wesentlicher Teil der Mischfutterproduktion ist genossenschaftlich organisiert.

Der Futterwirtschaft kommt eine besondere Bedeutung in der Lebensmittelkette zu. Sichere Futtermittel sind die Grundlage für die Erzeugung sicherer Lebensmittel tierischer Herkunft wie Fleisch, Milch und Eier. Dabei trägt eine bedarfsgerechte Ernährung von Nutztieren zur Schonung natürlicher Ressourcen und der Tiergesundheit bei. Insbesondere Mischfutter bietet mit seiner individuellen Zusammensetzung aus mehreren Einzelkomponenten dabei die Möglichkeit, den individuellen Energie- und Nährstoffbedarf optimal zu decken.

Für die Produktion von Mischfutter werden neben Futtermitteln wie Getreide, Mais oder Leguminosen auch Nebenerzeugnisse aus der Produktion von Lebensmitteln, z.B. aus der Backwarenindustrie oder der Molkereiwirtschaft genutzt. Dies geschieht immer unter der Prämisse der Sicherheit von Futter- und Lebensmitteln.

Qualitätssicherung ist bei den genossenschaftlichen Mischfutterherstellern gelebte Praxis. Neben den strengen gesetzlichen Auflagen zum Verbraucherschutz und den amtlichen Kontrollen setzen die Hersteller von Mischfutter seit vielen Jahren auf weiterführende Controllingsysteme. Diese sind optimiert in den Bereichen Früherkennung, Rückverfolgbarkeit und Risikomanagement. Ein Beispiel ist das stufenübergreifende QS-System, bei welchem Qualitätssicherung vom Landwirt bis zur Ladentheke umgesetzt wird.

Angesichts der gesellschaftlichen Diskussion über Landwirtschaft und Tierhaltung werden auch in der deutschen Futterwirtschaft wichtige Themen aus dem Bereich der Nachhaltigkeit, z.B. Stärkung regionaler Eiweißfuttermittel, entwaldungsfreie Lieferketten, Gentechnikfreiheit oder Rückstandsmonitoring, ständig weiterentwickelt. Forschung und Entwicklung spielen dabei eine wesentliche Rolle. RyeSafe ist z.B. ein aktuelles, innovatives Projekt zur Roggenfütterung in der Schweinehaltung, bei welchem sich auch Genossenschaften aktiv einbringen.

Eine bedeutende Sparte innerhalb des Genossenschaftsverbunds stellt die Tierische Veredelung dar. Sie umfasst die Futter-, Vieh- und Fleisch- sowie die Milchwirtschaft. Die Systeme und Maßnahmen zur Qualitätssicherung zeigen, dass die genossenschaftlichen Unternehmen verantwortungsvoll kontrollieren und zur Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette beitragen. Oberstes Ziel dieser Maßnahmen ist der wirkungsvolle Verbraucher- und Tierschutz.