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Genossenschaften - gestern, heute, morgen |
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2.441 |
ländliche Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften |
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157
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Kreditgenossenschaften mit
Warengeschäft |
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6
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Hauptgenossenschaften einschl. DRWZ |
In den Warenbereichen arbeiten:
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330
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Bezugs- und Absatzgenossenschaften |
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264
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Milchgenossenschaften davon sind 51 in der
Verarbeitung tätig (einschl. Zentralen) |
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105
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Vieh- und Fleischgenossenschaften (einschl. Zentralen) |
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89
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Obst-, Gemüse- und Gartenbaugenossenschaften |
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209
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Winzergenossenschaften (einschl. Zentralen) |
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834
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Agrargenossenschaften |
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610
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sonstige Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften
z. B. Brennerei-,Weide-, Bioenergie-, Forst- und Holzwirtschaftliche Genossenschaften, Zentralen, sonstige Mitglieder |
Die Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften stehen in einem harten Wettbewerb auf den in- und ausländischen Agrarmärkten. Von ihrer Leistungsfähigkeit überzeugt, tätigen die Mehrzahl der deutschen Landwirte, Gärtner und Winzer ihre Ein- und Verkäufe mit den Genossenschaften.
Raiffeisen-Genossenschaften versorgen die Landwirte mit Betriebsmitteln, z. B. Saatgut, Düngemitteln, Futtermitteln und Agrartechnik. Sie erfassen, verarbeiten und vermarkten die gesamte Palette landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Sie beraten die Landwirte und Winzer bei der markt- und umweltgerechten Produktion und loten Marktchancen für neue Produkte aus entsprechend ihrem Leitspruch "Wir öffnen Märkte". Dazu zählen z. B. der Bioenergiebereich und der Anbau und die Vermarktung nachwachsender Rohstoffe.
Raiffeisen-Genossenschaften bieten ihren Mitgliedern vielfältige
Dienstleistungen,
z. B. regelmäßige Überprüfung von Feldspritzgeräten,
Reparatur von Landmaschinen und umweltgerechte Lagerung von Pflanzenschutzmitteln,
damit sie zum richtigen Zeitpunkt in der erforderlichen Menge zur Verfügung
stehen. Mehr als 400 Landmaschinen-Werkstätten und Service-Zentren
bieten ein breites Dienstleistungsspektrum.
Raiffeisen-Genossenschaften sind wichtig für die flächendeckende
Versorgung mit
Bedarfsgütern. Sie liefern Brenn- und Treibstoffe aus eigenen Lagern
und betreiben rd. 850 Tankstellen. Sie führen rund 676 Baustoff-Fachhandlungen
mit einem reichhaltigen Angebot. An Bedeutung gewinnt der Groß-
und Einzelhandel mit Öko-Baustoffen. Rund 1.600 Raiffeisen-Märkte
bieten den Verbrauchern ein breites, hochwertiges Sortiment für Haus
und Garten sowie den Haustierbedarf.
Raiffeisen-Genossenschaften wirken mit bei der Rückführung von Verpackungen und beim Recycling von Wertstoffen. Sie engagieren sich in der Kommunaltechnik und Landschaftspflege. Sie tragen dazu bei, dass die Wirtschaftskraft des ländlichen Raums gestärkt wird. Mit der Zielsetzung "Raiffeisen - Leistung für alle" finden sie insbesondere in Landgemeinden und Stadtrandgebieten großen Zuspruch.
Seit der deutschen Wiedervereinigung haben verschiedene Regionalverbände die Beratung und Prüfung der ostdeutschen Agrargenossenschaften, das sind die Nachfolgebetriebe der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, übernommen. Den 834 von der Raiffeisen-Organisation betreuten Agrargenossenschaften kommt eine wichtige Rolle für den genossenschaftlichen Verbund zu. 2010 setzten die Agrargenossenschaften rund 2,0 Mrd. Euro um. Sie beschäftigten rund 22.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
In über 150 Jahren haben die Ideen Friedrich Wilhelm Raiffeisens und seine Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung nichts an Aktualität verloren: Die Mitwirkung und der Einfluss aller Genossenschaftsmitglieder sind sichergestellt; sie bestimmen die Unternehmenspolitik und damit den wirtschaftlichen Erfolg. Durch das Engagement Ehrenamtlicher ist die Selbstverwaltung garantiert. Durch ihre Mitarbeit in den Gremien nehmen sie Einfluss auf die Geschäftspolitik. Die Rechtsform der Genossenschaft ist heute in wirtschaftliche schwierigen Zeiten mehr denn je gefragt, denn sie setzen hier wirtschaftiche Stabilität und Eigeninitiative. Das zeigen die erfolgreichen Gründungen von Genossenschaften.
Angesichts der wachsenden Konzentration auf der Anbieter- und Abnehmerseite z. B. im Lebensmitteleinzelhandel, wächst die Notwendigkeit für Landwirte, Gärtner und Winzer, ihre wirtschaftlichen Interessen gemeinsam zu vertreten und durchzusetzen. Die Genossenschaften und ihre Mitglieder stellen sich offensiv auf die veränderte Marktsituation und die steigenden Erwartungen der Verbraucher ein. Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit haben in allen Sparten höchste Priorität.
Eine wichtige Voraussetzung, um den Agrarstandort Deutschland zu sichern, sind starke und leistungsfähige Genossenschaften. Die Mitglieder werden die wachsenden Herausforderungen gemeinsam mit ihren Genossenschaften meistern. Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik, die Osterweiterung der Europäischen Union, die Liberalisierung und Globalisierung des Agrarhandels fordern die weitere Bündelung der Kräfte und des Angebots geradezu heraus.