• Einer für alle

    VIEH UND FLEISCH

    Bundesweit 88 Unternehmen

    Zur Gruppe der genossenschaftlichen Vieh- und Fleischwirtschaft zählen bundesweit 88 Unternehmen, die mit ihrem Geschäftsbereich auf regionalen, dem nationalen und auf internationalen Märkten agieren.

6,2 Milliarden Euro Umsatz in 2015

Im Jahr 2015 erzielte die Gruppe im Vergleich zum Vorjahr einen um 6 Prozent verringerten Umsatz von 6,2 Milliarden Euro.

Die Gruppe umfasst Zuchtunternehmen, Viehvermarktungsgenossenschaften und Erzeugergemeinschaften (Zucht-, Nutz-, und Schlachtviehvermarktung), sowie Schlacht-, Zerlege- und Fleischverarbeitungsbetriebe.

Die Unternehmen sind eng mit der landwirtschaftlichen Produktion verzahnt, nicht nur weil sie sich im Besitz der Landwirte befinden. Sie decken auch alle Bereiche der Produktionskette Fleisch bis in die Ladentheke ab. Neben den traditionellen Geschäftsfeldern bieten die Unternehmen den Landwirten zahlreiche zusätzliche Dienstleistungen wie Beratung in der Produktionstechnik, betriebswirtschaftliche Analysen und die Auswertung von Marktinformationen.

Potenziale erschließen

Die genossenschaftlichen Unternehmen der Vieh- und Fleischwirtschaft stehen als zentrales Bindeglied in der Fleisch erzeugenden Wertschöpfungskette vor vielfältigen strukturellen und ökonomischen Herausforderungen. Der voranschreitende Strukturwandel auf der Stufe der Primärproduktion sowie in den vergangenen Jahren bei den Schlachtunternehmen, führt zu sich kontinuierlich verändernden Bedingungen für die Vieherfassung und Viehvermarktung. Die zunehmende Globalisierung der Märkte führt zu neuen Abhängigkeiten. Parallel legt die europäische Rechtsetzung ein zunehmendes Maß an Verantwortung in die Hände der Unternehmen. Dadurch bieten sich aber auch vielfältige Chancen, um Alleinstellungsmerkmale auszubauen sowie die strategische Ausrichtung der Wirtschaftsbeteiligten individuell zu gestalten. Dazu gehört u. a. ein effektives Tiergesundheitsmanagement, dessen Bedeutung die Genossenschaften frühzeitig erkannt haben, nicht nur vor dem Hintergrund kontinuierlich steigender Ferkelimporte.

Das übergeordnete Ziel genossenschaftlichen Handels besteht darin, innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette dauerhaft die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, um den heimischen Standort auch in der Zukunft im internationalen Wettbewerb fest zu verankern.

 

Herausforderungen meistern

Die gesellschaftliche Akzeptanz für die tierische Veredlung ist deutlich zu verbessern. Nicht außer Acht gelassen werden darf, dass die tierische Veredlung gerade in den ländlichen Regionen die Basis des wirtschaftlichen Wachstums und Wohlstandes ist.



Im europäischen, aber auch im internationalen Vergleich verfügt Deutschland über moderne und innovative Unternehmen der Agrar- und Ernährungsindustrie – was vielfach von Kritikern völlig ignoriert wird. Die Sicherung des Veredelungsstandorts Deutschland ist die Herausforderung der nächsten Jahre.

Entwicklungen hin zu einem „absoluten Tierschutz“ in England und Schweden führen eindrucksvoll vor, wohin massive Eingriffe in die Haltungsverfahren führen können. Die Produktion hat sich um die Hälfte reduziert, gleichzeitig sank der Selbstversorgungsgrad auf 50 % und nur ein Teil der Bevölkerung honoriert bzw. kann die teureren Produktionsbedingungen honorieren. Wird die Produktion ins Ausland verlagert, besteht kein Einfluss mehr auf die Haltungs-, Umwelt- und somit Produktionsbedingungen.

Die tierische Produktion in Deutschland, insbesondere im Schweinefleischsektor, hat sich auf den Weltmarkt eingestellt. Die Vermarktung aller am Schwein befindlichen Teilstücke kann nicht auf den deutschen bzw. europäischen Markt beschränkt werden.

 

Aktivitäten des DRV und seiner Mitgliedsunternehmen entlang der Wertschöpfungskette

Der Deutsche Raiffeisenverband engagiert sich seit Jahren in enger Zusammenarbeit mit Mitgliedsunternehmen und durch einen interdisziplinären Forschungsansatz, um Themen aus den Bereichen des Tierschutzes, der Effizienz in der Wertschöpfungskette und der Verbesserung des Qualitätsmanagement zu erarbeiten. Die innovativen Lösungen, die zeitnah in der Praxis implementiert werden konnten, geben dem DRV Recht, dass Forschungsfragen eng mit der Praxis verknüpft werden müssen, diese aber auch in einem interdisziplinären Ansatz zu erarbeiten sind.Der Deutsche Raiffeisenverband setzt sich gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen intensiv dafür ein, den Tierschutz auf den Ebenen Landwirtschaft, Transport sowie Schlachtung zu verbessern. Im Mittelpunkt der Anstrengungen steht der von der EU vorgeschlagene Ansatz, Haltungsverfahren und das Wohlergehen über Indikatoren zu beurteilen. Der Fokus der Aktivitäten liegt auf den Bereichen, die im DRV-Positionspapier Tierschutz vorgestellt wurden:

  • Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung
  • Kupieren von Schwänzen bei neugeborenen Ferkeln
  • Kastration von männlichen Ferkeln
  • Transportdauer

Weiterhin startete zur Grünen Woche im Januar 2013 die Initiative “Wir transportieren Tierschutz”, die über den Tiertransport in Deutschland informiert. Die aktuellen Aktivitäten finden Sie hier.

 

Eine bedeutende Sparte innerhalb des Genossenschaftsverbunds stellt die Tierische Veredelung dar. Sie umfasst die Futter-, Vieh- und Fleisch- sowie die Milchwirtschaft. Die Systeme und Maßnahmen zur Qualitätssicherung zeigen, dass die genossenschaftlichen Unternehmen verantwortungsvoll kontrollieren und zur Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette beitragen. Oberstes Ziel dieser Maßnahmen ist der wirkungsvolle Verbraucher- und Tierschutz.