Dr. Philipp Spinne: „Nationaler Zertifikatehandel muss mittelstandsfreundlich gestaltet werden“
Berlin, 24. September 2026 – Anlässlich der ersten Lesung im Bundestag zum Entwurf der Bundesregierung für ein Drittes Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) fordert der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) den Gesetzgeber auf, die Regelungen mittelstandsfreundlich auszugestalten. Die rund 250 überwiegend mittelständisch geprägten Warengenossenschaften sind als Energiehändler teilweise verpflichtet, am nationalen Zertifikatehandel teilzunehmen. Die bisherigen Auktionen haben gezeigt, dass beim Verfahren Nachbesserungsbedarf besteht.
DRV-Vorstand Dr. Philipp Spinne betont: „Das BEHG muss so angepasst werden, dass der Erwerb von Zertifikaten den tatsächlich verpflichteten Unternehmen vorbehalten bleibt und Marktverzerrungen durch spekulative Zwischenhändler verhindert werden. Solange noch Dritte im eigenen Namen Zertifikate kaufen können, wird der Markt verknappt und die Kosten für die Verpflichteten steigen.“
Außerdem ist es aus Sicht des DRV wichtig, den Preiskorridor für Zertifikate, um ein Jahr zu verlängern. Spinne: „Wir begrüßen diesbezüglich den Vorschlag der Bundesregierung ausdrücklich. Durch die Verlängerung der geltenden Regelungen bis Ende 2027 kann ein weiterer Anstieg des CO2-Preises verhindert werden. Dies ist zwingend notwendig, um vor dem Hintergrund der stark angestiegenen Energiepreise die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft nicht weiter zu schwächen.“
Darüber hinaus mahnt der DRV an, die Handelsanforderungen mittelstandsfreundlich auszugestalten. Insbesondere die finanziellen Sicherheitsleistungen beim Erwerb von Zertifikaten müssen reduziert werden, ebenso bürokratische Hürden.
Über den DRV
Der DRV vertritt die Interessen der genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 1.599 DRV-Mitgliedsunternehmen in der Erzeugung, im Handel und in der Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen mit rund 104.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 77,8 Milliarden Euro. Landwirte, Gärtner und Winzer sind die Mitglieder und damit Eigentümer der Genossenschaften.
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