DRV bei Taskforce: „Mehr Resilienz durch weniger Abhängigkeiten von einzelnen Märkten“
Berlin, 27.03.2026. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), vertritt bei der 3. Sitzung der Taskforce von CDU/CSU und SPD zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs die essenziell wichtigen Genossenschaften für die gesamte Ernährungskette. DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler, der bei der Sitzung am heutigen Freitag (27.03.) dabei ist, sagt:
„Steigende Lebensmittelpreise sind vor allem eine Folge erhöhter Energie-, Arbeits- und Bürokratiekosten – nicht primär der Rohstoffpreise. Deshalb brauchen wir jetzt kurzfristig gezielte Entlastungen, insbesondere durch eine Senkung der Energiepreise. Wichtig ist es, die Kosten dort zu senken, wo sie entstehen. Steuern und Abgaben sind hierfür der richtige Hebel. Eine befristete Aussetzung oder Reduzierung des CO2-Preises oder eine Absenkung der Energiesteuer müssen jetzt erfolgen. Ziel muss sein, die Genossenschaften und landwirtschaftlichen Betriebe sowie die gesamte Wertschöpfungskette dadurch schnell zu stabilisieren.
Gleichzeitig müssen wir aus der aktuellen Lage die richtigen Lehren ziehen. Für eine sichere Lebensmittelversorgung in Deutschland müssen wir zukünftig viel mehr auf Resilienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette setzen. Wir dürfen uns nicht zu stark von einzelnen Importeuren abhängig machen. Das zeigt sich aktuell bei Mineraldünger: Es ist ein großer Vorteil, dass wir in Deutschland und Europa noch über eine eigene Düngemittelindustrie verfügen. Diese Stärke müssen wir sichern und gezielt ausbauen – nicht schwächen. Gleichzeitig müssen wir unsere Unabhängigkeit von Energieimporten stärken. Dies wird nur durch einen konsequenten weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien und entsprechender Speicher gelingen.
Deutschland muss langfristig mehr Verantwortung für seine eigene Lebensmittel- und Ernährungssicherheit übernehmen. Dafür brauchen wir eine starke heimische Produktion, verlässliche Rahmenbedingungen und eine Energieversorgung, die unabhängig und bezahlbar ist.“
Über den DRV
Der DRV vertritt die Interessen der genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 1.635 DRV-Mitgliedsunternehmen in der Erzeugung, im Handel und in der Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen mit rund 110.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 77,8 Milliarden Euro. Landwirte, Gärtner und Winzer sind die Mitglieder und damit Eigentümer der Genossenschaften.
Deutscher Raiffeisenverband e.V. Im Auftrag Marcus Gernsbeck Pressesprecher Mobil: +49 172 7196856 E-Mail: presse@drv.raiffeisen.de |