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12.01.2026
Pressemitteilung zur UTP-Richtlinie und dem Evaluierungsbericht

„Echte Chance, die Rahmenbedingungen für faire und stabile Lieferketten weiter zu verbessern“

Laura Pignol, Leitung Recht und Steuer

BMLEH-Fachgespräch zur UTP-Richtlinie und dem Evaluierungsbericht

Berlin, 12.01.2026. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hat heute zu einem Fachgespräch zur UTP-Richtlinie und zum Evaluierungsbericht der EU-Kommission eingeladen. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) begrüßt ausdrücklich, dass das BMLEH den Verbänden bereits zu diesem frühen Zeitpunkt die Möglichkeit gibt, ihre Erfahrungen und Einschätzungen in den Prozess einzubringen. Dieses Vorgehen schaffe Transparenz, ermögliche eine fundierte Diskussion und stärke die Qualität des anstehenden Überarbeitungsprozesses. „Dass das BMLEH so frühzeitig das Gespräch mit den Verbänden sucht, ist ein starkes Signal“, erklärt Laura Pignol, Leiterin Recht und Steuer beim DRV. „Es zeigt, dass die Erfahrungen aus der Lieferkette ernst genommen werden und dass die Weiterentwicklung des UTP Rechts auf einer breiten fachlichen Grundlage erfolgen soll.“

Mit Blick auf die Weiterentwicklung der UTP-Richtlinie unterstich Pignol die Notwendigkeit der Regelungen: „Die Evaluierung der EU-Kommission bestätigt positive Effekte, die sich mit unseren Erfahrungen decken. Die UTP-Richtlinie ist ein wirksames Instrument, das zu mehr Lauterkeit, Klarheit und Verlässlichkeit in den Agrar- und Lebensmittellieferketten beitragen kann, ohne unangemessen in die Vertragsautonomie der Unternehmen einzugreifen. Bei der anstehenden Novelle darf der Schutz der Lieferanten deshalb nicht verwässert werden.“ Insbesondere müssten die Wirksamkeit der bestehenden Verbote gesichert, Umgehungsversuche adressiert und die strukturelle Bedeutung von Erzeugerzusammenschlüssen berücksichtigt werden.

Kritisch sieht Pignol Überlegungen, ein Verbot des Verkaufs unter Produktionskosten einzuführen: „Solche Eingriffe sind nicht zielführend. Sie führen zu Fehlanreizen, bilden die Realität der sehr unterschiedlichen Betriebsstrukturen nicht ab und schaffen erhebliche Bürokratie. Wir sollten uns darauf konzentrieren, faire Marktbedingungen durch punktuell notwendige Korrekturen zu stärken.“

Der DRV werde den weiteren politischen Prozess konstruktiv begleiten, so Pignol: „Wir sehen in der Überarbeitung der UTP-Richtlinie eine echte Chance, die Rahmenbedingungen für faire und stabile Lieferketten weiter zu verbessern. Dass das BMLEH den Dialog frühzeitig eröffnet hat, ist dafür ein wichtiger und richtiger Schritt.“ 

 

Über den DRV

Der DRV vertritt die Interessen der genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 1.635 DRV-Mitgliedsunternehmen in der Erzeugung, im Handel und in der Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen mit rund 110.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 77,8 Milliarden Euro. Landwirte, Gärtner und Winzer sind die Mitglieder und damit Eigentümer der Genossenschaften.



 
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Deutscher Raiffeisenverband e.V.

Im Auftrag
Marcus Gernsbeck
Pressesprecher
 
Mobil: +49 172 7196856
 

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