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12.11.2025
Pressemitteilung zur Stromsteuer

Holzenkamp: „Ungleichbehandlung des Agrarhandels bei der Stromsteuer ist nur noch peinlich“

DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp_Foto Christian Thiel
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DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp | Foto: Christian Thiel

Veraltete Kategorisierung der Wirtschaftszweige verhindert Entlastung 

Berlin, 12.11.2025. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) reagiert mit großem Unverständnis auf die heutige Entscheidung des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags, die bestehende Ungleichbehandlung des Agrarhandels gegenüber der Landwirtschaft und dem produzierenden Gewerbe bei der Stromsteuer nicht zu beseitigen. „Dass die Bundesregierung an einer völlig veralteten Kategorisierung der Wirtschaftszweige festhält, ist nur noch peinlich. Beim Stromsteuergesetz wird eine Kategorisierung des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2003 genutzt – und dies, obwohl es mittlerweile aktuellere Klassifikationen des Statistischen Bundesamts gibt. Dies anzupassen, wäre ein Einfaches“, kritisiert DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp. Als Beispiel nennt er die Saatgutaufbereitung: Diese fällt nach der aktuellen Klassifikation unter die Land- und Forstwirtschaft (Erbringung landwirtschaftlicher Dienstleistungen nach der Ernte) und wäre somit von der Stromsteuerentlastung erfasst. Doch da sich die Kategorisierung an der Ausgabe von 2003 orientiert, wird die Saatgutaufbereitung nicht entlastet.

Der DRV macht deutlich, dass die Einstufung des Agrarhandels rein auf „Handel“ mit der Realität nicht mehr viel zu tun habe. Denn: Der Agrarhandel übernimmt heute viele energieintensive Aufgaben, die früher auf landwirtschaftlichen Betrieben stattgefunden haben – etwa das Belüften, Reinigen, Kühlen oder Einlagern von Getreide. Holzenkamp: „Es ist niemandem zu vermitteln, dass der einzelne Landwirt vollkommen zu Recht eine Entlastung von der Stromsteuer bekommt, während mehrere Landwirte, die sich in einer Genossenschaft zusammenschließen, leer ausgehen. Das ist absurd, ungerecht und ein Schlag ins Gesicht all jener, die durch gemeinschaftliche Strukturen für Effizienz, Klimaschutz und faire Preise sorgen.“ Der DRV-Präsident fordert die Bundesregierung auf, endlich ihr im Koalitionsvertrag gegebenes Versprechen einzulösen, die Stromsteuer für alle zu senken.

 

Über den DRV

Der DRV vertritt die Interessen der genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 1.635 DRV-Mitgliedsunternehmen in der Erzeugung, im Handel und in der Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen mit rund 110.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 77,8 Milliarden Euro. Landwirte, Gärtner und Winzer sind die Mitglieder und damit Eigentümer der Genossenschaften.



 
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Deutscher Raiffeisenverband e.V.

Im Auftrag
Marcus Gernsbeck
Pressesprecher
 
Mobil: +49 172 7196856
 

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