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06.11.2025
Pressemitteilung zur IGM-Klausurtagung

IGM-Sprecher Peter Manderfeld: „Verschärfungen der Artikel 148 und 168 GMO schädigen Milcherzeuger und Molkereigenossenschaften gleichermaßen“

IGM-Sprecher Peter Manderfeld

Mechernich, 06.11.2025. Die Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM), die mehr als 60 % der deutschen Milcherzeugerinnen und Milcherzeuger vertritt, kritisiert scharf die Brüsseler Pläne zu den weitreichenden Verschärfungen der Artikel 148 und 168 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO). Im Rahmen ihrer Klausurtagung in Mechernich betonte IGM-Sprecher Peter Manderfeld: „Die vorgesehenen Änderungen werden sowohl die Milcherzeuger als auch die Molkereigenossenschaften massiv schädigen. Die Landwirte verlieren einen Teil Ihrer Wertschöpfung und die Unternehmen verlieren Planungs- und Wettbewerbsfähigkeit. Eine Stärkung der Erzeuger wird damit nicht erreicht, sondern das Gegenteil. Dies zeigen unmissverständlich unabhängige Studien aber auch Erfahrungen aus dem europäischen Ausland.“

Manderfeld macht weiter deutlich: „In der Satzung einer jeden Genossenschaft ist als Zweck der Genossenschaft die Förderung des Erwerbs und der Wirtschaft der Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb festgeschrieben. Die Verschärfungen stellen einen direkten und tiefgreifenden Eingriff in die Selbstverwaltung unserer Molkereigenossenschaften dar. Die Landwirte sind Eigentümer der Molkereigenossenschaften. Sie können in einem demokratischen Prozess direkt Einfluss nehmen auf die Unternehmensstrategie sowie die in Satzung und Lieferordnung festgelegten Lieferbedingungen. Dies ist der Kern unserer genossenschaftlichen Struktur. Eine externe Einflussnahme auf diese bewährten Mechanismen lehnen wir entschieden ab.“

Die vorgesehenen Änderungen in Artikel 148 und 168 GMO führen uns direkt zur Planwirtschaft. Manderfeld warnt: „Dieser Ansatz verändert nicht den Milchmarkt. Im Gegenteil: Er entfernt sich von marktwirtschaftlichen Prinzipien und führt zu gesetzlich festgelegten Mindestpreisen und in der Folge zu schwerwiegenden Marktverzerrungen und Schwierigkeiten bei der Vermarktung deutscher und europäischer Lebensmittel.“ 

Die IGM setzt nun große Hoffnungen in die Trilogverhandlungen, die bis Ende des Jahres abgeschlossen werden sollen. Dabei spricht sie sich ausdrücklich für die Position von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer aus, der sich klar gegen die vom EU-Parlament präferierte Anwendung der Artikel 148 und 168 positioniert hat. Manderfeld abschließend: „Es braucht jetzt politische Vernunft. Die Anwendung der Artikel 148 und 168 GMO muss weiterhin in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten liegen und es muss eine wirkliche Ausnahme für Genossenschaften geben. Wir setzen auf Bundesminister Rainer, dass er die Interessen der deutschen Milchwirtschaft auf Brüsseler Ebene entschieden vertritt.“

 

Über die IGM

In der Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM) haben sich ehrenamtliche Vertreter genossenschaftlicher Unternehmen zusammengeschlossen, um gemeinsame Positionen zu politischen Themen, die die Belange der Milcherzeuger und ihrer Genossenschaften tangieren, zu vertreten und sich über genossenschaftsspezifische und erzeugerbezogene Themen auszutauschen. Dieser Plattform gehören die genossenschaftlichen Molkereiunternehme ARLA amba, Bayerische Milchindustrie eG, Deutsches Milchkontor eG, Goldsteig GmbH, Hochwald Milch eG, Hohenloher Molkerei eG, Meierei Barmstedt eG, Milchwerke Oberfranken West eG, Molkerei Ammerland eG, Royal FrieslandCampina UA und Uelzena eG an.

 

Über den DRV

Der DRV vertritt die Interessen der genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 1.635 DRV-Mitgliedsunternehmen in der Erzeugung, im Handel und in der Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen mit rund 110.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 77,8 Milliarden Euro. Landwirte, Gärtner und Winzer sind die Mitglieder und damit Eigentümer der Genossenschaften.



 
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