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08.10.2025
Pressemittelung zur GMO-Abstimmung im EU-Parlament

Jörg Migende: „Was für ein Irrsinn. Es gibt nur Verlierer.“

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DRV / Foto: Britta Radike

Jörg Migende: „Was für ein Irrsinn. Es gibt nur Verlierer.“ 

DRV: Verschärfung der Artikel 148 und 168 GMO führen zu Einkommensverlusten für die Landwirte, Marktverzerrungen und einer Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit der Agrar- und Ernährungswirtschaft

Berlin, 08.10.2025. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) kritisiert scharf das Abstimmungsergebnis des Europäischen Parlaments zu weitreichenden Verschärfungen der Artikel 148 und 168 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) am heutigen Mittwoch (08.10.2025) in Straßburg. DRV-Hauptgeschäftsführer Jörg Migende: „Das ist ein rabenschwarzer Tag für die gesamte deutsche Land- und Ernährungswirtschaft. Sollten die heute vom Parlament beschlossenen Verschärfungen tatsächlich umgesetzt werden, bedeutet dies: Unsere Landwirtinnen und Landwirte verdienen weniger Geld, unsere Unternehmen verlieren Planungs- und Wettbewerbsfähigkeit und unsere Marktwirtschaft wird schleichend von Planwirtschaft abgelöst. Die EU greift massiv in die Vertrags- und Satzungsautonomie der Unternehmen ein und will gesetzlich festgelegte Mindestpreise einführen. Was für ein Irrsinn! Es gibt nur Verlierer.“

Wer meine, dass solch tiefgreifende Eingriffe in den Markt auch nur einen einzigen Gewinner hervorbringen könnten, müsse die negativen Folgen von Markteingriffen durch die EU in der Vergangenheit vollkommen ausklammern, kommentiert der DRV-Hauptgeschäftsführer. Konkret warnt Migende vor den Auswirkungen durch die Einbindung von vollen Produktionskosten in die Preisgestaltung: „Dies führt zu schwerwiegenden Marktverzerrungen und Schwierigkeiten bei der Vermarktung deutscher und europäischer Lebensmittel. Mit Marktwirtschaft hat das nicht mehr viel zu tun.“ Er stellt heraus: „Die EU-Abgeordneten müssen sich nur in den Ländern wie Italien, Spanien oder Frankreich umsehen, die bereits ähnliche Ideen umgesetzt haben: Hat es die Erzeugerebene gestärkt? Nein. Im Gegenteil.“ Der Blick auf die Zahlen im Vergleich Frankreich und Deutschland zeige, dass Deutschland im Schnitt bei den Auszahlungspreisen an die Erzeuger über den französischen liegt und bei den Verbraucherpreisen für Milchprodukte weit unter denen in Frankreich. Auch der Strukturwandel in der französischen Landwirtschaft würde weiter anhalten.

Von seiner Kritik nimmt Migende ausdrücklich das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat sowie die deutschen Abgeordneten aus, die heute gegen die Verschärfungen gestimmt haben. „Viele der deutschen Abgeordneten haben ebenso wie Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer die Gefahren und negativen Folgen erkannt und sich für die Interessen der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft eingesetzt. Dafür danken wir herzlich.“ Der DRV setzt nun alles auf die Trilogverhandlungen, welche bis Ende des Jahres abgeschlossen werden sollen. Migende: „Dort muss Vernunft Einzug halten. Die Anwendung der Artikel 148 und 168 GMO muss weiterhin den Mitgliedsstaaten selbst überlassen werden.“ 

 

Über den DRV

Der DRV vertritt die Interessen der genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 1.635 DRV-Mitgliedsunternehmen in der Erzeugung, im Handel und in der Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen mit rund 110.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 77,8 Milliarden Euro. Landwirte, Gärtner und Winzer sind die Mitglieder und damit Eigentümer der Genossenschaften.

 



 
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Deutscher Raiffeisenverband e.V.

Im Auftrag
Marcus Gernsbeck
Pressesprecher
 
Mobil: +49 172 7196856
 

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