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21.01.2018
Vieh und Fleisch: Marktbericht

Kennzahlen aus dem Verwaltungsausschuss für Tierische Erzeugnisse

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Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die Dokumente aus der Sitzung des Einheitlichen Verwaltungsausschusses für Tierische Erzeugnisse vom 18.01.2018 übermittelt. Die aktuellen Marktentwicklungen für Europa finden Sie in den beigefügten Präsentationen sowie in den folgenden zusammenfassenden Texten.

Schwein
Die EU-Schweineschlachtungen gingen von Januar bis Oktober 2017 um -1,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Auch die Schlachtmenge verringerte sich um  -0,8 %. Als das EU-Mitgliedsland mit den am meisten gehaltenen Schweinen wurden in Spanien in den ersten zehn Monaten 0,9 % mehr Tiere geschlachtet und die Schlachtmenge um 1,1 % gesteigert. In Deutschland verringerte sich die Anzahl der Schlachtungen dahingegen um – 1,6 % und auch die Produktionsmenge sank um -1,2 %. Die Expertengruppe (GIP) erwartet für das Jahr 2017 insgesamt einen Rückgang der Produktion von -1,8 %. Allerdings weichen die Prognosewerte für die ersten 3 Quartale 2017 von den tatsächlichen Mengen ab; die Schätzung für das 1. Quartal lag bei -2,3 % (tatsächlich -1,2 %). Der Schätzwert für das 2. Quartal lag bei -1,7 % (tatsächlich -3,6 %). Der Schätzwert für das 3. Quartal weicht mit -1,5 % nur leicht von dem tatsächlichen Wert von -1,1 % ab.

In KW 1/2018 lag der EU-Schlachtschweinepreis im Durchschnitt bei 138,8 €/100 kg SG. Der Preis sank damit um -8,3 % im Vergleich zum Vormonat und lag damit -3,6 % unter dem Vorjahresniveau. Der Preis für die Klasse S lag in der KW 1 bei 138,3 €/100 kg SG und lag damit -8,3 % unter dem Niveau vom Vorjahr. Die Ferkel notierten in der KW 1/2018 einen Preis in Höhe von 44,4 €/Ferkel. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Preis für Ferkel um 4,8 %. Dennoch liegt die Notierung mit -10,2 % noch immer deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

Im internationalen Vergleich lagen die EU-Schlachtschweinepreise mit durchschnittlich 138,77 €/100 kg SG deutlich über den Notierungen von Brasilien (113,15 €/100 kg SG), den USA (118,73 €/100 kg SG) und Kanada (96,07 €/100 kg SG). Im Verlauf hat sich der Preisabstand zwischen Kanada und der EU weiter vergrößert.

Im Zeitraum Januar bis November 2017 konnten die Importe von Schweinefleischprodukten auf 33.108 t ausgeweitet werden (+11,0%). Für die EU ist die Schweiz mit einer Gesamtmenge von 20.983 t und einem Anteil von 63 % an der Gesamtmenge der wichtigste Importeur. Schweinefleisch wird außerdem auch aus Serbien (2.458 t; 7 % an der Gesamtmenge), Chile (2.204 t; 7 % an der Gesamtmenge) und Norwegen (2.070 t; 6 % an der Gesamtmenge) und importiert. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet Chile allerdings weiterhin einen starken Importrückgang (-22 %). Während Norwegen im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von +17 % verbucht. Bei den Exporten von Schweinefleisch gab es im Zeitraum Januar bis November 2017 einen Rückgang um -8,9 % auf insgesamt 3.508.177 t im Vergleich zum Vorjahr. China ist mit einem Anteil von 36,4 % an der Gesamtmenge und einem Handelsvolumen von 1.276.499 t trotz eines Rückgangs von -27 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum immer noch der wichtigste Abnehmer des EU-Schweinefleischs. Die asiatischen Länder darunter Japan (390.656; 11,1 % an der Gesamtmenge), Hong Kong (351.993; 10,0 % an der Gesamtmenge), Südkorea (246.219 t; 7,0 % an der Gesamtmenge) und Philippinen (230.069 t; 6,6 % an der Gesamtmenge) sind nach wie vor die wichtigsten Bezieher von europäischem Schweinefleisch.

Rind
Im Zeitraum Januar bis Oktober 2017 sank die Anzahl der geschlachteten Rinder in den Mitgliedstaaten der EU leicht um -0,4 %. Während bei Färsen (+5,6 %) und Ochsen (+2,5 %) eine Steigerung der Schlachtzahlen festgestellt werden konnte, verringerten sich die Schlachtzahlen der Kühe um -3,8 % und die von Jungvieh um -3,9 %. Im gleichen Zeitraum sank die Rindfleischproduktion in der EU insgesamt um -0,1 %. In Deutschland sank die Anzahl geschlachteter Rinder um -3,0 % und die Schlachtmenge um -2,0 %. Der EU-Preis für Kühe lag in KW 1/2018 mit 294,9 €/100 kg SG deutlich über dem Vorjahresniveau (10,6 %). Der Jungbullenpreis R3 lag in der KW 1/2018 mit 394,8 €/100 kg nahezu auf dem Niveau des letzten Monats +0,1 %, allerdings deutlich über dem Vorjahresniveau +5,6 % und folgte damit weiter dem stabilen Preistrend der letzten Wochen.

Der Export von Rindfleisch und lebenden Tieren lag im Zeitraum Januar bis November 2017 mit einem Handelsvolumen von 707.711 t um 11,8 % über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Hauptexportländer sind Türkei (84.882 t; 12,0 % an der Gesamtmenge), Hong Kong (83.849 t; 11,8 % an der Gesamtmenge), Israel (40.461 t; 5,7 % an der Gesamtmenge), der Libanon (38.061 t; 5,4 % an der Gesamtmenge) und die Philippinen (36.535 t; 5,2 % an der Gesamtmenge). Insgesamt stiegen sowohl die philippinischen Exporte um 78,5 % und die Exporte nach Hong Kong um 57,0 % im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Im internationalen Vergleich liegen die durchschnittlichen Schlachtpreise für Rinder in der EU mit 394,60 €/100 kg SG über dem Niveau der USA (357,50 €/100 kg SG), Uruguay (318,79 €/100 kg SG), Neuseeland (305,31 €/100 kg SG) und Australien (305,75 €/100 kg SG). Argentinien (262,06 €/100 SG) und Brasilien (233,53 €/100 kg SG) liegen deutlich unter dem Preisniveau.

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DRV Deutscher Raiffeisenverband e.V.
In Vertretung
Dr. Verena Schütz-Schwark
Vieh- und Fleischwirtschaft
 
Telefon: 030 856214-467

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