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18.01.2018
Pflanzenschutz: IVA-Pressemitteilung

Markt für Pflanzenschutzmittel auch 2017 rückläufig

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Gemäß Industrieverband Agrar e. V. (IVA) wurden im Jahr 2017 2,1 % weniger Pflanzenschutzmittel verkauft als im Vorjahr. [...]

Mit Meldung vom 4. Oktober 2017 haben wir über den deutlichen Mengenrückgang beim Absatz von Pflanzenschutzmitteln im Jahr 2016 berichtet. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ermittelt jährlich den Verbrauch an Pflanzenschutzmitteln in Deutschland.

Im Rahmen seines Pressegesprächs vom 18. Januar 2018 hat der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) auch für 2017 einen deutlichen Umsatzrückgang um 2,1 % beziffert. Damit ist der Pflanzenschutzmittelmarkt in Deutschland im dritten Jahr in Folge geschrumpft. Im Direktgeschäft mit dem Großhandel erzielten die im IVA organisierten Unternehmen der deutschen Pflanzenschutz-Industrie 2017 einen Umsatz von 1,385 Mrd. € gegenüber 1,415 Mrd. € im Vorjahr (siehe

).

IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm verwies hierzu auf die Abhängigkeit des Einsatzes von Witterung und Krankheitsdruck. Keineswegs würden Landwirte – wie oft behauptet wird – immer mehr Pflanzenschutzmittel einsetzen. Gemäß einer aktuellen Analyse des Marktforschungsinstituts Kleffmann ist beispielsweise der Glyphosat-Verbrauch im Jahr 2017 abermals um 6 % zurückgegangen. Gegenüber 2012 setzten die Landwirte in Deutschland im vergangenen Jahr sogar 43 % weniger ein.

Kritik äußerte Schramm an der weiterhin schleppenden Bearbeitung von Zulassungsanträgen für neue Pflanzenschutzmittel. Zwar sei Bewegung in die Frage gekommen, nachdem Gutachter im Auftrag der Europäischen Kommission in einem Ende 2016 veröffentlichten Audit festgestellt hatten, dass seit Inkrafttreten der EU-Pflanzenschutzverordnung 1107/2009 in Deutschland noch kein Zulassungsantrag in der vorgesehenen gesetzlichen Frist beschieden wurde. Viele der systembedingten Mängel im deutschen Zulassungsverfahren sind nach Ansicht des IVA immer noch nicht behoben. Es würden zwar mehr Anträge bearbeitet, der Zulassungsstau weden dennoch nicht abgebaut – er wachse nur langsamer.

Mit Blick auf die verlängerte EU-Genehmigung des Wirkstoffs Glyphosat sagte Schramm: „Das Verfahren wurde von einer giftigen Kampagne begleitet, von der die Sachdebatte in den Hintergrund gedrängt wurde. Die Entscheidung, die EU-Genehmigung für Glyphosat zu verlängern, war richtig und wichtig. Denn nach dem übereinstimmenden Urteil aller Bewertungsbehörden erfüllt der Wirkstoff alle Anforderungen des europäischen Pflanzenschutzrechts; Landwirten bleibt ein wichtiger Baustein zur konservierenden Bodenbearbeitung auf absehbare Zeit erhalten.“



DRV Deutscher Raiffeisenverband e.V.
In Vertretung
Dr. Michael Reininger
Landwirtschaftliche Betriebsmittel
Telefon: 030 856214-533

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