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20.12.2018
Warenwirtschaft: Herbstaussaatflächen 2018

Mehr Weizen, deutlich weniger Raps

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Das Statistische Bundesamt hat am 20. Dezember 2018 aktuelle Zahlen zu den Herbstaussaatflächen vorgelegt.

In diesem Herbst haben die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland auf 5,43 Millionen Hektar Ackerland Wintergetreide ausgesät. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes liegen die Aussaatflächen von Wintergetreide damit um 438.800 Hektar (+9 %) über den Aussaatflächen des Vorjahres. In 2017 wurde die Herbstaussaat durch die umfangreichen Niederschläge oftmals erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht.

Die Aussaatfläche von Winterweizen, der bedeutendsten Getreideart in Deutschland, ist um 133.400 Hektar beziehungsweise 5 % auf 3,03 Millionen Hektar gestiegen. Bei der Anbaufläche von Wintergerste gehen die Statistiker von einer Flächenzunahme von knapp 13 % auf 1,37 Millionen Hektar gegenüber dem Vorjahr aus. Das sind 156.400 Hektar mehr als im Erntejahr 2018. Der Anbau von Triticale wird zur Ernte 2019 voraussichtlich um 34.200 Hektar auf 391.800 Hektar steigen (+10 %). Einen sehr deutlichen Anstieg gab es bei der Aussaatfläche von Roggen und Wintermenggetreide: Zur Ernte 2019 umfasste diese 637.000 Hektar, was einer Zunahme von 22 % entspricht. Allerdings ist aus Sicht des DRV fraglich, ob diese Flächen auch komplett im kommenden Jahr gedroschen werden. Aufgrund der Futterknappheit in vielen Milchviehbetrieben rechnet der Verband damit, dass ein hoher Anteil der zusätzlichen Anbaufläche als Grünroggen geerntet wird.

Gleichzeitig ging die Aussaat von Winterraps erheblich zurück: Während im Jahr 2018 die Anbaufläche 1,22 Millionen Hektar betrug, hat die Aussaatfläche zur Ernte 2019 mit 917.100 Hektar um ein Viertel abgenommen (-306.400 Hektar). Die Anbaufläche von Winterraps sank in allen Bundesländern, was auf die Trockenheit vor und nach der Aussaat zurückzuführen ist. Am deutlichsten ging der Anbau von Winterraps in Sachsen-Anhalt (-49 %), Hessen (-40 %) und Brandenburg (-39 %) zurück. Der Wert zur gesamten Anbaufläche von Raps entspricht ungefähr einer Schätzung der UFOP vom November. Seinerzeit nannte der Verband eine Fläche von zirka 1,0 Mio. ha, räumte aber gleichzeitig ein, dass davon aufgrund des schlechten Feldaufgangs bereits 100.000 Hektar umgebrochen worden sind.

Die Angaben des Statistischen Bundesamtes beruhen auf Mitteilungen einer begrenzten Anzahl von Ernteberichterstattern in den Bundesländern von Ende November 2018. Somit sind die Ergebnisse als Anbautendenzen zu bewerten, die sich bis zur Ernte 2019 noch durch Auswinterungsschäden, Schädlings- und Krankheitsbefall ändern können.

Wir übersenden Ihnen in der Anlage eine Zusammenfassung der heute veröffentlichten Daten sowie eine detaillierte Übersicht. Auch fügen wir eine vergleichende Grafik über die Entwicklung der Herbstaussaatflächen in den Jahren 2014 bis 2018 bei.

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In Vertretung
RA Dipl.-Ing. agr. Guido Seedler
Getreide/Ölsaaten, Energierecht
 
Telefon: 030 856214-410

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