Reform der nationalen Akkreditierungsstelle DAkkS – Verbändebündnis legt Stellungnahme vor
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat Ende März Eckpunkte für eine Reformagenda der nationalen Akkreditierungsstelle DAkkS vorgelegt. Mehrere Verbände, darunter auch der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), haben diese Eckpunkte nun in einer gemeinsamen Stellungnahme aufgegriffen und konkreten Handlungsbedarf angemeldet.
Hintergrund: Die Reformpläne des BMWE
Das Ministerium beschreibt in seinen Eckpunkten einen schrittweisen Reformprozess mit dem Ziel, die DAkkS zu einem moderneren, digitalisierten und stärker dienstleistungsorientierten Anbieter von Akkreditierungsleistungen weiterzuentwickeln. Verfahren sollen schneller, kostengünstiger und kundenfreundlicher gestaltet werden – ohne Abstriche bei Qualität und Sorgfalt. An der bestehenden Organisationsform als beliehene GmbH hält das Ministerium fest, da eine Überführung in eine staatliche Behörde mit erheblichen Umstellungsrisiken verbunden wäre.
Die gemeinsame Stellungnahme
Neben dem DRV haben sich EUROLAB, HDE, SPECTARIS, VAZ, VUP und ZDH an der Stellungnahme beteiligt – alle Teil des auf mittlerweile 40 Verbände angewachsenen Verbändebündnisses zur Zukunft der Akkreditierung. Die Verbände begrüßen den Reformimpuls des BMWE, sehen aber weiteren Konkretisierungs- und Handlungsbedarf. Aus Sicht der Wirtschaft und insbesondere der Konformitätsbewertungsstellen kommt es nun darauf an, aus den Eckpunkten eine belastbare und kurzfristig wirksame Reformagenda zu entwickeln.
Die Stellungnahme benennt vier zentrale Handlungsfelder:
1. Sofortige Struktur- und Stabilisierungsentscheidungen: Die DAkkS sollte zügig personell und organisatorisch neu aufgestellt werden. Für die Übergangsphase wird ein Sofortprogramm vorgeschlagen, das bereits 2026 spürbare Verbesserungen bringt – etwa durch verbindlichere Verfahrenssteuerung, mehr Transparenz, nachvollziehbareren Begutachtungsaufwand und schnellere Entscheidungen.
2. Grundlegende Gebühren- und Finanzierungsreform: Eine Abkehr von der reinen Zeitgebührenlogik ist notwendig. Zugleich braucht es eine zukunftsfähige Finanzierungslogik mit mehr Planbarkeit, einer klareren Trennung von Verfahrens- und Systemkosten sowie einer angemessenen öffentlichen Finanzierung – ausgestaltet mittelstandsverträglich.
3. Reform als Systemaufgabe begreifen: Die Reform darf sich nicht auf operative Abläufe beschränken, sondern muss auch Governance, Aufsicht, Zuständigkeiten und Gremienstrukturen umfassen. Akkreditierung müsse politisch höher priorisiert werden.
4. Einrichtung einer Zukunftskommission Akkreditierung: Die Verbände schlagen erneut die zeitnahe Einsetzung einer solchen Kommission vor – als temporäres Reformformat mit klarem Arbeitsauftrag. Ziel ist es, offene Punkte, Sofortprogramm, Gebührenreform und strukturelle Neuaufstellung zusammenzuführen und bis Ende 2026 in einen konsistenten Reformpfad zu überführen.
Die Stellungnahme steht Ihnen zum Download bereit.
Deutscher Raiffeisenverband e.V. In Vertretung Dipl.-Ing. agr. Christian Grütters Nachhaltigkeit / Futtermittelwirtschaft Telefon: 030 856214-537 E-Mail: gruetters@drv.raiffeisen.de |