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07.01.2020
Ware: Saatgut / Pflanzenschutz

Risikobewertung von gebeiztem Saatgut

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Die Bundesregierung beantwortet eine Kleine Anfrage zum aktuellen Diskussionsstand bezüglich der Beizung. Dabei geht es um Risikoabwägung im Vergleich zur Spritzapplikation und Wettbewerbsverzerrungen aufgrund des freien Warenverkehrs mit gebeiztem Saatgut.

 

Viele Pflanzenkrankheiten können durch die Behandlung des Saatgutes mit Beizmitteln wirksam vermieden werden. Insektizide Beizung mit systemischen Wirkstoffen kann die Pflanze zudem vor Schädlingsbefall schützen und damit mehrmaliges Spritzen vermeiden.

Während Pflanzenschutzmittel in Deutschland nur angewandt werden dürfen, wenn sie vom BVL zugelassen (oder mit einem zugelassenen Mittel identisch Parallelhandel) sind, kann gebeiztes Saatgut EU-weit gehandelt und ausgesät werden, sofern das Beizmittel in dem Land zugelassen ist, in dem das Saatgut gebeizt wird. Dies führt in einigen Fällen zum „Saatguttourismus“.

Im Rahmen einer Antwort (Drucksache 19/15294) auf eine Kleine Anfrage (Drucksache 19/14679) der FDP-Fraktion erläutert die Bundesregierung, dass diese unterschiedliche Handhabung trotz eines expliziten Verbots auf EU-Ebene die Harmonisierung des Pflanzenschutzrechts erheblich stört und den Wettbewerb verzerrt. Die Bundesregierung unterstütze die kritische Analyse der Situation durch die EU-Kommission und hieraus abgeleitete Maßnahmen.

Dagegen liege ein wissenschaftlicher Vergleich zur Behandlung von Pflanzenkrankheiten zwischen der "Spritzapplikation" und "Beizung" aufgrund der hohen Komplexität noch nicht vor. Die Frage, welches Behandlungssystem aus ökologischer und ökonomischer Sicht zu bevorzugen wäre, lasse sich daher nicht pauschal beantworten. Es sei aber dringend geboten – so die Bundesregierung – alternative nichtchemische Pflanzenschutzmaßnahmen in die landwirtschaftliche Praxis zu überführen. Grundsätzlich könnten samenbürtige Krankheitserreger bereits heute durch alternative Beizverfahren gut eingedämmt werden.



 
logo-signatur.png         Deutscher Raiffeisenverband e.V.
In Vertretung
Dr. Michael Reininger
Pflanzenschutz, Düngung, Gefahrstoffe,
Agrartechnik, Digitalisierung
 
Telefon: 030 856214-533

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