Statement von Dr. Philipp Spinne: „IT-System darf nicht zum Flaschenhals werden “
Berlin, 02.06.2026. Den heute im Umweltausschuss diskutierten Bericht der EU-Kommission zur Überprüfung der Vereinfachung der EUDR kommentiert der Geschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV), Dr. Philipp Spinne:
„Die vorgelegten Vereinfachungen der EUDR gehen in die richtige Richtung – doch zentrale strukturelle Fehler bei der Ausgestaltung bleiben bestehen. Bei der Länderklassifizierung fehlt unverändert eine echte Kategorie ,vernachlässigbares Risiko‘, die Unternehmen von der Pflicht zur vollständigen Sorgfaltserklärung befreit. Die Sorgfaltspflichten müssen sich konsequent auf entwaldungsrelevante Anforderungen und den Import beschränken.
Hinzu kommt: Das EU‑Informationssystem TRACES NT droht aufgrund technischer Hürden, fehlender Praxistauglichkeit und unzureichender Vorbereitung zum Flaschenhals der Umsetzung zu werden. Wie kann es sein, dass keine Testphase für die Unternehmen vorgesehen ist? Die EU muss liefern: Ein stabiles, getestetes IT-System und klare Umsetzungsregeln sind zwingend erforderlich. Wenn die Kommission nicht wie angekündigt bis zum 1. Juli 2026 ein funktionierendes System bereitstellen kann, braucht es einen belastbaren Plan B, um Rechtssicherheit und Warenströme zu gewährleisten.“
Über den DRV
Der DRV vertritt die Interessen der genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 1.635 DRV-Mitgliedsunternehmen in der Erzeugung, im Handel und in der Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen mit rund 110.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 77,8 Milliarden Euro. Landwirte, Gärtner und Winzer sind die Mitglieder und damit Eigentümer der Genossenschaften.
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