Zurück
20.05.2026
EU-Aktionsplan Düngemittelversorgung: DRV begrüßt Strategie für mehr Resilienz

Statement von Dr. Philipp Spinne: „Wir brauchen Kaufanreize für die Einlagerung von Düngemitteln“

Dr. Philipp Spinne, DRV-Geschäftsführer
Foto
Britta Radike/DRV

Berlin, 19.05.2026. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) begrüßt, dass auf europäischer Ebene ein Aktionsplan zur Düngemittelversorgung aufgelegt wird. DRV-Geschäftsführer Dr. Philipp Spinne: „Eine verlässliche und ausreichende Versorgung mit Düngemitteln ist elementar für unsere Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit in Deutschland und Europa. Wir müssen den Bezug von Düngemitteln breit aufstellen und einseitige Abhängigkeiten strategisch minimieren. Gleichzeitig gilt es, die bestehende europäische Düngemittelproduktion nachhaltig zu stärken und auszubauen. Resilienz kommt nicht über Nacht, sie ist unser Auftrag.“ 

Die Kommission der Europäischen Union hat heute einen detaillierten Aktionsplan zur Sicherung der europäischen Düngemittelversorgung und Ernährungssicherheit vorgelegt. Unabhängig von den vielfältigen in diesem Aktionsplan angekündigten Maßnahmen sieht Spinne dringenden Handlungsbedarf für die EU und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) für die unmittelbar bevorstehende Einlagerungsphase von mineralischem Stickstoffdünger für das kommende Frühjahr: „Wir befürchten, dass Landwirte ihren Düngemittelbezug für die kommende Saison in der Hoffnung auf sinkende Preise und aufgrund weiterhin relativ niedriger Getreidepreise hinauszögern. Erste Anzeichen dafür gibt es bereits. Dem muss gegengesteuert werden.“ Spinne fordert daher kurzfristige Kaufanreize für Landwirte für Stickstoffdüngemittel. „Wir setzen uns für ein Preisabsicherungssystem ein, welches beim Landwirt als Käufer von Düngemitteln kurzfristig ansetzt und nur greift, falls der Düngemittelpreis bis Februar 2027 stark nachgibt. Damit minimiert sich das finanzielle Risko für die Landwirte, die sich frühzeitig eindecken und damit zur Versorgungssicherheit beitragen.“

Alternativ könnten auch gezielte Kaufanreize etwa für frühe Termine in der Landwirtschaft Impulse geben. Spinne: „Eine flankierende Liquiditätshilfe in Höhe von 200 Millionen Euro hat das BMLEH zusammen mit der Rentenbank bereits zugesichert. Das ist gut so!“

In der Regel bestellen die Landwirte beim genossenschaftlichen Agrarhandel den benötigten Dünger für die nächste Saison ab Juni. Ohne Bestellungen der Landwirte wird jedoch auch der Handel vorsichtig sein beim Befüllen seiner Lager. Dies kann dazu führen, dass zum einen kein oder wenig Stickstoffdünger importiert wird. Und zum anderen, dass sogar europäische Ware in den Export gelangt. Dann würden die Vorräte den Bedarf im kommenden Frühjahr nicht decken können. Spinne: „In der Konsequenz würde die Ernte 2027 spürbar beeinträchtigt, qualitativ und quantitativ.“

Der DRV-Geschäftsführer weist darauf hin, dass ein kurzfristiges Befüllen der Lager beziehungsweise der landwirtschaftlichen Betriebe im Frühjahr logistisch nicht möglich ist. Dies sei vergleichbar mit zu niedrigen Gasspeicher-Füllmengen im Herbst. Spinne: „Die Einlagerung im zweiten Halbjahr ist für die Versorgungssicherheit bezüglich Quantität und Qualität von enormer Bedeutung. Eine staatliche Unterstützung liegt daher im Interesse aller.“

 

Über den DRV

Der DRV vertritt die Interessen der genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 1.635 DRV-Mitgliedsunternehmen in der Erzeugung, im Handel und in der Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen mit rund 110.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 77,8 Milliarden Euro. Landwirte, Gärtner und Winzer sind die Mitglieder und damit Eigentümer der Genossenschaften.



 
logo-signatur.png        

Deutscher Raiffeisenverband e.V.

Im Auftrag
Marcus Gernsbeck
Pressesprecher
 
Mobil: +49 172 7196856
 

Meist   gelesen