Tag 7: Wir brauchen den Wochenmarkt und den Weltmarkt
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer setzte am frühen Donnerstagabend bei seinem Besuch des DRV das erste Thema gleich selbst: Mercosur. Die drohende Verschiebung des seit Jahren verhandelten Freihandels-Abkommens sieht der Minister kritisch. Er persönlich hat erst vor wenigen Wochen eine Agrarexportstrategie angestoßen – und für diesen Paradigmenwechsel in der deutschen Agrarpolitik viel Zustimmung vom DRV erhalten. „Wir brauchen den Wochenmarkt und den Weltmarkt“, wiederholte DRV-Hauptgeschäftsführer Jörg Migende seine Kernaussage. Der Bundesminister kam in Begleitung der Parlamentarischen Staatssekretärin Silvia Breher und nahm sich viel Zeit für den DRV sowie der am Gespräch beteiligten Unternehmen Agravis, Arla und Westfleisch. Und er hörte zu. Es war beeindruckend zu sehen, wie konzentriert der Bundesminister die Argumente und Botschaften der Unternehmen aufnahm.
Neben der Bedeutung freier Märkte, stand die Erschließung neuer Märkte ebenso auf der Themen-Agenda wie die Tierhaltung. „Wir dürfen stolz auf die Tierhaltung sein und anerkennen, was die Tierhalter schon alles umgesetzt haben. Wir müssen in Chancen und weniger in Problemen denken“, sagte Dr. Verena Schütz-Schwark, Leiterin Nachhaltigkeit bei Westfleisch. Das Thema Infrastruktur und Logistik in den ländlichen Räumen setzte Bernd Homann, Leiter Kommunikation Agravis. Er plädierte gegenüber dem Bundeslandwirtschaftsminister für die Erhöhung der zulässigen Gesamtgewichte bei Lkw auf 44 Tonnen und betonte den Stellenwert der Binnenschifffahrt für den Agrarhandel. Es dürfe keinen Eingriff in die Satzungsautonomie der Genossenschaften und keine Abkehr von der Wirtschaftsordnung der Sozialen Marktwirtschaft geben, sagte Tino Gottschalk, Geschäftsführer Arla Foods Deutschland, mit Blick auf die Pläne der EU bezüglich Artikel 148 und 168 GMO.
Buongiorno hieß es zu Beginn des siebten Messetags! Ein herzliches Willkommen ging an eine zehnköpfige Delegation von Genossenschaften und Molkereien aus Italien. Giovanni Guarneri, chairman of the milk group Copa-Cogeca, besuchte mit rund einem Dutzend Vertreterinnen und Vertretern italienischer Unternehmen die Grüne Woche – und informierte sich bei DRV-Milchexperte Frederik Karnath umfassend über die Arbeit des Raiffeisenverbands
International ging es weiter: Die amerikanische Botschaft mit Agrar-Attaché Matt Snyder, stellvertretender Abteilungsleiter Landwirtschaft, Sabine Lieberz, Katarina von Witzke und Antonia Rudolf suchte den Dialog mit DRV-Hauptgeschäftsführer Jörg Migende.
Der DRV mit seiner Fachexpertise ist während der Grünen Woche auch in Talkreihen, und öffentlichen Diskussionen gefragter Partner. Beim Format „Nachgefragt“ auf der Bühne des Erlebnisbauernhofs diskutierte DRV-Geschäftsführer Dr. Philipp Spinne mit der Abgeordneten Dr. Franziska Kersten vom Landwirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestags zum Thema „Agrarhandel – Verkanntes Bindeglied in der Wertschöpfungskette?“ Spinne arbeitete die Bedeutung der Verkehrs-Logistik und insbesondere der Binnenschifffahrt für den Agrarhandel heraus. Außerdem plädierte er für eine Stromsteuerbefreiung der Unternehmen und eine zeitgemäße Arbeitszeitflexibilisierung. Dr. Kersten unterstich die besondere Eigentümerstruktur von Genossenschaften, die den Landwirten gehören. Sie sagte: „Damit ist eine andere Bewertung durch die Politik denkbar.“
Wie vielfältig der Austausch des DRV auf der Grünen Woche ist, zeigt sich an den Gesprächspartnern: DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp traf sich unter anderem auch mit Henning Otte, Wehrbeauftragter der Bundesregierung, und dem
Präsidenten sowie dem Geschäftsführer des Deutschen Forstwirtschaftsrats, Christian Haase und Axel Miske. Interessant waren die Gespräche von Jörg Migende mit Hans Koller, Bundestagsabgeordneter sowie Land und Gastwirt, sowie Prof. Dr. Heinz Bernhardt, Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik.
Partner des Tages: GS Die Genossenschaft eG
Die GS Die Genossenschaft eG mit Sitz in Schneiderkrug wurde im Jahr 1881 von Landwirten für Landwirte gegründet. Mit etwa 350 Mitarbeitern an diversen Standorten ist das Unternehmen in vier Landkreisen präsent. Für ihre über 2.800 Mitglieder und 40.000 Kunden ist die Genossenschaft ein wichtiger Rund-um-Dienstleister in der gesamten Nährstoff- und Produktionskette und betreibt Baustoffzentren, Tankstellen sowie Haus- und Gartenmärkte. Hauptgeschäftszweig ist die Produktion und der Vertrieb von hochwertigem Mischfutter.
Deutscher Raiffeisenverband e.V. Im Auftrag Marcus Gernsbeck Pressesprecher Mobil: +49 172 7196856 E-Mail: presse@drv.raiffeisen.de |