Verwirrung statt Vernunft: EU verschließt Augen vor der Realität
Berlin, 21.10.2025. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) übt scharfe Kritik am heutigen Vorschlag der EU-Kommission zur Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). DRV-Geschäftsführer Dr. Philipp Spinne: „Statt die angekündigte und zwingend notwendige Verschiebung auf den Weg zu bringen, überrascht die Kommission mit einem unausgegorenen Vorschlag. Damit sorgt Brüssel für massive Verwirrung und wachsende Unsicherheit in der gesamten Branche. Die heutige Ankündigung führt zu mehr Fragen als Antworten, außerdem sind es nur noch wenige Wochen bis zum Inkrafttreten der Verordnung. Die EU-Kommission zeigt: Sie verschließt die Augen vor der Realität.“
Der DRV reagiert mit Unverständnis, dass die Kommission nun von ihrer eigenen bisherigen Einschätzung abrückt. „In den zurückliegenden Wochen hat die Kommission stets erklärt, dass die technischen und administrativen Voraussetzungen für eine Umsetzung der EUDR nicht vorliegen. An dieser Situation hat sich nichts geändert. Trotzdem soll die EUDR nun zum Jahreswechsel starten – das ist eine Rolle rückwärts, die jede Glaubwürdigkeit zerstört“, so Spinne.
Zwar erkennt der DRV an, dass die vorgesehenen Entlastungen für kleinere Produzenten sowie die Ausnahmen für rein verarbeitende Unternehmen Schritte in die richtige Richtung gehen. Doch sie greifen nach Ansicht des Verbands bei Weitem nicht weit genug. „Diese Korrekturen lösen nicht das Grundproblem: Die EUDR ist eine praxisferne, überbürokratisierte Verordnung, die weder technisch umsetzbar noch am tatsächlichen Risiko orientiert ist“, betont Spinne. Unerlässlich sei eine echte inhaltliche Überarbeitung der EUDR – insbesondere die Einführung einer Null-Risiko-Kategorie. Nur so könne verhindert werden, dass Betriebe aus Regionen mit nachweislich geringem oder gar keinem Entwaldungsrisiko belastet werden.
Spinne: „Es wäre wünschenswert, wenn sich andere Mitgliedsstaaten an der Haltung der deutschen Bundesregierung orientieren würden. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat deutlich die Notwendigkeit einer Null-Risiko-Kategorie formuliert und begründet. Stattdessen konterkariert die Kommission alle ihre Ankündigungen, Bürokratie und unnötige Berichtspflichten abzubauen.“
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