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18.08.2017
Warenwirtschaft / Landwirtschaft: Digitalisierung

BMEL-Zukunftsprogramm Digitalpolitik Landwirtschaft

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Die Broschüre „Digitalpolitik Landwirtschaft – Zukunftsprogramm: Chancen nutzen - Risiken minimieren“ enthält – neben dem schon 2016 gestarteten 12-Punkte Plan – sechs neue Handlungsfelder für die politische Umsetzung. DRV in der Gesprächsplattform. Diverse Angebote für genossenschaftliche Unternehmen ab Herbst 2017. [...]

Bundesminister Christian Schmidt hat am 17. August 2017 das „

“ vorgestellt. Es beinhaltet den schon 2016 gestarteten 12-Punkte Plan des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) sowie sechs neue Handlungsfelder für die politische Umsetzung.

Im November 2016 hat das BMEL eine Gesprächsplattform zur Digitalisierung in der Landwirtschaft eingerichtet. Hierin hat sich auch der DRV eingebracht. Der DRV hat insbesondere darauf hingewiesen, dass die Digitalisierung nicht auf technologische Aspekte reduziert werden darf. Vielmehr müssen sämtliche Prozesse der vor- und nachgelagerten Wirtschaft in die Überlegungen mit eingebunden werden. Die Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette mit Hilfe digitaler Werkzeuge (Verbesserung des Datenmanagements vom Betriebsmittelhersteller über den landwirtschaftlichen Betrieb bis zum Lebensmittel-Einzelhandel und der zugehörigen Prozesse) stärkt die Wettbewerbsfähigkeit auf allen Stufen der hiesigen Wirtschaft. Zudem kann die hierdurch erreichbare Transparenz zu einer deutlichen Verbesserung der Beziehung zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern führen.

Das „Zukunftsprogramm des BMEL zur Digitalisierung in der Landwirtschaft“ mit insgesamt sechs neuen Handlungsfeldern ist ein Ergebnis der intensiven Beratungen innerhalb der Gesprächsplattform:

  1. Einrichtung von Experimentierfeldern in landwirtschaftlichen Betrieben
    zur Erprobung der verschiedenen digitalen Techniken und Schnittstellen. Die Experimentierfelder sollen allen interessierten Unternehmen offenstehen, damit möglichst viele Betroffene und verschiedene Aspekte berücksichtigt werden können. Das BMEL erachtet es als wichtig, offene Systeme zu entwickeln, die eine reibungslose Kommunikation zwischen Maschinen unterschiedlicher Hersteller ermöglichen. Unternehmen, die diese Möglichkeiten nutzen, sollen sich finanziell an den Kosten beteiligen.
  2. Aufbau eines Kompetenzzentrums zur Digitalisierung in der Landwirtschaft
    als eine zentrale, von Wissenschaft und Wirtschaft betriebene Einrichtung mit interdisziplinärem Team. Das Zukunftsprogramm Digitalpolitik Landwirtschaft soll dazu beitragen, die Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Akzeptanz der deutschen Landwirtschaft weiter zu stärken und die Chancen einer Landwirtschaft 4.0 konsequent zu nutzen.
  3. Schaffung eines Lenkungskreises
    mit Vertretern des BMEL, der Politik (Abgeordnete des Deutschen Bundestags), der Länder, der Ressortforschung und des Kompetenzzentrums. Hier werden die gewonnenen Vorschläge und Ergebnisse analysiert und bewertet.
  4. Aufbau von Kompetenzen
    innerhalb des BMEL, um den anstehenden Herausforderungen gerecht zu werden und frühzeitig eigene Interessen zu identifizieren und abzustimmen
  5. Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum,
    die als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Anwendung digitaler Techniken in der Landwirtschaft gesehen wird.
  6. Bereitstellung von Geo-, Betriebsmittel- und Wetterdaten,
    die einen potenziell hohen Nutzen entfalten, wenn der Zugang für alle Nutzergruppen einfach nutzbar und permanent möglich ist. In der öffentlichen Verwaltung existiert ein „Datenschatz“ mit vielfach noch unerschlossenem Nutzungspotenzial, das weit über den Zweck hinausgeht, für den sie erhoben wurden.

Das BMEL sieht seine Aufgabe darin, Ländern und Wirtschaftsbeteiligten die Grundlage zu schaffen, im interdisziplinären Zusammenwirken selbst Strukturen und Standards zu entwickeln, die den unterschiedlichen Interessen Rechnung tragen. Auf den Erkenntnissen, Erfahrungen und Vorschlägen aufbauend, kann dann das BMEL die administrativen Grundlagen schaffen, diese Lösungsvorschläge zu unterstützen oder zu verwirklichen.

Damit haben Länder, Wirtschaftsbeteiligte und weitere Akteure die Möglichkeit, sich frühzeitig auf diese neuen Möglichkeiten einzustellen und entsprechende Voraussetzungen für sich und ihre Beteiligung vorzubereiten und zu verwirklichen.

Der DRV, die Raiffeisen Service GmbH und die genossenschaftlichen Bildungseinrichtungen unterstützen die genossenschaftlichen Unternehmen bei der Einführung von Digitalen Lösungen und Management-Methoden. Ab Herbst 2017 bietet der DRV zusammen mit der Akademie Deutscher Genossenschaften ADG Webinare und en zu verschiedensten Aspekten der Digitalisierung an.



DRV Deutscher Raiffeisenverband e.V.
In Vertretung
Dr. Michael Reininger
Landwirtschaftliche Betriebsmittel
Telefon: 030 856214-533

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