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Diversifikationssparten mit steigender Bedeutung

Die Genossenschaften betreiben zahlreiche Tankstellen, Baustoff-Fachhandlungen und Raiffeisen-Märkte. Diese sogenannten Diversifikationsparten weisen eine steigende Bedeutung unter den Geschäftsfeldern der Genossenschaften auf und machen bei einigen Unternehmen bereits 50 % des Umsatzes aus.

Zentralgenossenschaften

Als Zentralgenossenschaften betätigen sich fünf Unternehmen:

 

Partner Agravis
BayWa AG
RWZ Rhein-Main eG
Raiffeisen Waren GmbH
ZG Raiffeisen eG in Karlsruhe

 

Bereiche der Warenwirtschaft

Im Folgenden finden Sie Informationen zu den verschiedenen Bereichen der Warenwirtschaft: Getreide, Saatgut, Pflanzenschutz, Düngemittel, Agrartechnik, Ölsaaten/Nachwachsende Rohstoffe, Kartoffeln sowie Energieprodukte.


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Getreide

Weltweit wurde 2017/2018 mit knapp 2,1 Mrd. t (ohne Reis) zum fünften Mal in Folge eine sehr gute Getreideernte eingefahren. Grund dafür sind insbesondere die Rekorderträge in Russland. Hier wurde mit 135 Mio. t ein neuer Rekord aufgestellt. Gleichwohl liegt die weltweite Erntemenge aufgrund niedriger Erträge in den USA und Australien erstmalig seit 2012 unter dem Verbrauch, trifft allerdings aufgrund der Rekordernten der vergangenen Jahre auf einen grundsätzlich gut versorgten Markt. In der EU-28 wurde mit 307 Mio. t eine leicht überdurchschnittliche Ernte deutlich über dem Vorjahresniveau eingebracht (297 Mio. t). Die Mengen überraschten aufgrund der in weiten Teilen schwierigen Witterungsbedingungen. Während es insbesondere rund um die Ostsee viel zu nass war, litten Spanien und Portugal unter großer Trockenheit. Frankreich hingegen blieb von großen Wetterunbilden verschont und konnte eine gute Ernte einfahren. In Deutschland enttäuschte die Ernte witterungsbedingt mit rund 45,6 Mio. t. Im Baltikum und Finnland sowie weiten Teilen Nord- und Nordostdeutschlands konnten nennenswerte Flächenanteile nur verspätet und mit großen Verlusten geerntet werden. In den Gebieten Nord- und Nordosteuropas, in denen es witterungsbedingt zu Ernteerschwernissen kam, konnte auch die Herbstaussaat in vielen Fällen nicht beendet werden. Hier mussten die Landwirte auf Sommerkulturen zurückgreifen.

Aufgrund des trockenen und teilweise heißen Wetters in weiten Teilen Nord- und Nordostdeutschlands seit April 2018 wachsen die Sorgen um die diesjährige Getreideernte. Für Europa wird mit einer durchschnittlichen Ernte gerechnet. Weltweit dürfte aufgrund deutlich geringerer Prognosen von einer Ernte unter dem Vorjahresniveau gerechnet. Bei einem weiter steigenden Verbrauch ist somit von einem weiteren Bestandsabbau auszugehen.

Der Exportmarkt für deutschen und europäischen Weizen kam im Wirtschaftsjahr 2017/2018 nicht richtig in Schwung und verfehlte das Vorjahresergebnis deutlich. Grund dafür waren u. a. die starke Konkurrenz aus der Schwarzmeerregion und der starke Euro im Vergleich zum Dollar. Gleichwohl ist der Export weiterhin von zentraler Bedeutung für die Entlastung des heimischen Marktes. Vor diesem Hintergrund hat sich der DRV erfolgreich dafür eingesetzt, dass Deutschland Marktzugangsverfahren für Gerste und Weizen nach China sowie Weizen nach Mexiko und Indonesien eröffnet hat.

Getreide: Aktuelle Meldungen

 


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Saatgut

Die EU-Kommission hat den umstrittenen Vorschlag zur Novellierung des europäischen Saatgutrechts endgültig zurückgezogen. Der DRV hatte kritisiert,dass das erklärte Ziel, das Saatgutrecht zu vereinfachen und zu harmonisieren, verfehlt wurde. Darüber hinaus hätten nach Auffassung des DRV die vorgesehenen Ausnahmeregelungen von der verpflichtenden Sortenzulassung die Grundsätze des Saatgutrechts außer Kraft gesetzt. Mit dem sogenannten „Vogel-Urteil“ hat der Europäische Gerichtshof 2015 eine wichtige Entscheidung zur Nachbauregelung getroffen. Er stellt fest, dass nachbauende Landwirte grundsätzlich zur Zahlung der Nachbaugebühr bis zum 30. Juni des betreffenden Wirtschaftsjahres verpflichtet sind, ohne dass es hierzu einer Aufforderung bedarf. An der unbefriedigenden Rechtslage, dass der nachbauende Landwirt nur dann zu Auskünften verpflichtet ist, wenn der Züchter über entsprechende Anhaltspunkte verfügt, ändert jedoch auch das „Vogel-Urteil“ nichts. Gesetzliche Aufzeichnungspflichten 2015 ist der Druck auf die Aufbereiter gewachsen. Die Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH (STV) hat beim Landgericht Detmold eine einstweilige Verfügung erwirkt, die es einem Aufbereiter untersagt, Saatgut aufzubereiten, ohne den Sortennamen aufzuzeichnen. Nach Auffassung des DRV genügt hingegen die Auszeichnung „Sorte unbekannt“ den Pflichten, sollte der Landwirte die Angabe verweigern. Da eine einstweilige Verfügung keine abschließende rechtliche Klärung beinhaltet, bleibt nunmehr das Hauptsacheverfahren abzuwarten.

Saatgut: Aktuelle Meldungen

 


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Pflanzenschutz

2015 wurden weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt als im Vorjahr. Der Umsatz ging im Handel um rd. 5 Prozent zurück. Bei einigen Produkten wurden Lagerbestände aufgebaut. Im Rahmen der PAMIRA Sammelaktion wurden insgesamt 2.900 t gespülte, restentleerte Pflanzenschutz- und Flüssigdünger-Verpackungen angenommen und verwertet, entsprechend dem Verbrauchsrückgang etwas weniger als im Vorjahr. Wichtiges Thema im Handel war das Ende des Übergangszeitraums zur Einführung der Sachkunderegelung. Trotz anderslautender Beteuerungen werden die nationalen Vorgaben der Pflanzenschutz- Sachkundeverordnung in jedem Bundesland unterschiedlich umgesetzt: Fortbildungszeiträume, Abgrenzung der Beratung, Anforderungen an Fortbildungsveranstaltungen etc. Das mediale Interesse gilt seit Anfang 2015 einer routinemäßigen Prüfung im Rahmen der weiteren Genehmigung eines seit Langem eingesetzten Herbizidwirkstoffs. Hier wird versucht, den detailliert geregelten, auf wissenschaftlich fundierten Fakten basierten Zulassungsprozess politisch und medial auszuhebeln. Der DRV unterstützt die unabhängigen Bewertungs- und Zulassungsbehörden.

Pflanzenschutz: Aktuelle Meldungen

 


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Düngemittel

Im Wirtschaftsjahr 2014/15 stieg der Absatz von Mineraldüngern (einschließlich Düngekalk) um 1,1 Prozent und erreichte 5,34 Mio. t. Während sich – lt. Statistischem Bundesamt – der Aufwand je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche bei Kalkdüngern von 166 auf 160 kg verringerte, wurden mehr Phosphat- (19 nach 17 kg) und Stickstoffdünger (108 nach 100 kg) ausgebracht. Mit 27 kg blieb der Aufwand bei Kalidüngernnahezu unverändert. Analog zu den höheren Nährstoffmengen stiegen die Ausgaben der Landwirtschaft für Handelsdünger um 9 Prozent. Für das laufende Wirtschaftsjahr 2015/16 werden deutlich geringere Absatzmengen erwartet. Im Vorfeld der neuen Düngeverordnung werden Mineraldünger zunehmend durch gehandelte und über größere Entfernungen transportierte Wirtschaftsdünger ersetzt. Mittelfristig ist deshalb mit vermindertem, jedoch deutlich gezielterem Einsatz von Mineraldüngern zu rechnen. Die Warengenossenschaften bieten ihren Landwirten vielerorts passgenaue Düngermischungen an. Die zunehmende Digitalisierung in der Landwirtschaft ermöglicht zudem die exakte Ausbringung entsprechend den Ergebnissen aus Bodenuntersuchungen. Der DRV unterstützt seine Mitglieder u. a. durch die Herausgabe von Broschüren und Übersichten zur regelkonformen Lagerung und Abgabe von Düngemitteln. Gemeinsam mit den regionalen Genossenschafts-Akademien organisiert der DRV entsprechende Seminare.

Düngemittel: Aktuelle Meldungen

 


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Agrartechnik

Mit der angespannten wirtschaftlichen Situation in der Landwirtschaft wurde auch die Lage in der Landtechnik schwieriger: Viele Landwirte beschränken ihre Investitionen auf ein Minimum. Die Werkstattauslastungen sind davon allerdings kaum betroffen. Bei zunehmend komplexen Arbeitsgeräten führt kein Weg am qualifizierten Fachpersonal in den Raiffeisen-Werkstätten vorbei.
Allerdings steigen die Anforderungen rasant. Der Techniker muss nicht nur mobil, zeitlich flexibel und motiviert sein, er braucht auch immer mehr Wissen über pflanzenbauliche Besonderheiten und IT-Prozesse. Die Agrartechnik ist schließlich die Speerspitze der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Zwischenzeitlich werden nahezu alle Maschinen mit Sensoren ausgerüstet, die Daten über die Maschine selbst, den Zustand der Flächen und über Erntemengen erfassen. Einfache Anwendungen wie Lenkautomatik und Mineraldüngerdosierung sind zwischenzeitlich Standard. Das weckt Begehrlichkeiten nach komplexeren Systemen. Noch nicht gelöst sind die Probleme aufgrund der eingeschränkten Kompatibilität verschiedener Systeme und die Furcht vor Datenmissbrauch.

Agrartechnik: Aktuelle Meldungen

 


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Kartoffeln

Kartoffeln wuchsen 2015 unter regional unterschiedlichen Witterungsbedingungen heran. Im Süden und Südosten Deutschlands gab es im Frühjahr zu viel Regen, dann folgten Hitze und Trockenheit. Im Norden dagegen blieben die hohen Temperaturen aus. Je nach Beregnungsmöglichkeit fielen die Erträge regional dementsprechend sehr unterschiedlich aus. Die Kartoffelernte konnte insgesamt nicht an die Rekordergebnisse 2014 anknüpfen. Deutschlandweit betrug diese 10,4 Mio. t und lag mit rd. 11 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres. Das langjährige Mittel (2009 bis 2014) wurde um knapp 6 Prozent unterschritten. Neben Wetterkapriolen war ursächlich für die geringere Ernte auch die Entscheidung vieler Erzeuger, die Anbauflächen einzuschränken. Kartoffeln wurden auf einer Fläche von 236.700 ha und somit 3,3 Prozent unter der Vorjahresfläche angebaut bzw. 5,5 Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Aufgrund von Wassermangel war mit 438,1 dt/ha auch der Ertrag geringer als 2014, entspricht aber dem mehrjährigen Mittel.
Der DRV hat sich 2015 für eine praktikable Umsetzung der Pflanzkartoffelverordnung eingesetzt. Leider ist es nicht gelungen, EU-einheitliche Normen zu etablieren und damit im Sinne von Transparenz und Klarheit für alle Marktbeteiligten ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen.

Kartoffeln: Aktuelle Meldungen

 


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Ölsaaten

Weltweit wurde 2017/2018 bei den Ölsaaten eine rekordverdächtige Erntemenge von 573 Mio. t eingefahren. Diese Menge liegt leicht unter dem Vorjahreswert und knapp unter der Nachfrage, sodass zum ersten Mal seit fünf Jahren mit einem Abbau der Endbestände zu rechnen ist. Der weitaus überwiegende Anteil der Ernte entfällt wie in den Vorjahren auf Sojabohnen. Hier wird erneut mit einem Rekordergebnis deutlich über dem Vorjahreswert in Höhe von 355 Mio. t gerechnet. Allerdings wird diese Menge die ebenfalls stark angestiegene Nachfrage nicht ganz decken können. In der EU dominiert der Anbau von Raps und Sonnenblumen. 2017 wurden insgesamt 35,0 Mio. t (Vj. 31,3 Mio. t) Ölsaaten geerntet, davon 21,9 Mio. t Raps. In Deutschland wurde mit 4,3 Mio. t zum zweiten Mal in Folge eine enttäuschende Ernte eingebracht, die deutlich unter dem langjährigen Mittel von 5,1 Mio. t liegt. Die Entwicklungen auf dem Rapsmarkt werden weiterhin von den Rohöl- und Sojamärkten bestimmt. Hier haben die niedrigen Preise beim Rohöl und die wiederum hohen Erntemengen bei Soja die Notierungen insgesamt erneut unter Druck gesetzt. Große Bedeutung für die Zukunft des Rapsanbaus hat darüber hinaus die Frage, wie die europäische Biokraftstoffpolitik fortgeschrieben wird bzw. ob neue Absatzmärkte für Öle gefunden werden. Die novellierte Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU dürfte ab 2020 zu einem geringeren Einsatz von Biodiesel führen. Weiterhin leidet die Branche derzeit unter erheblichen Importmengen von Biodiesel aus Argentinien, die möglicherweise durch unzulässige staatliche Förderung verbilligt auf den Markt kommen. Um den Rapsanbau in Deutschland zu sichern, setzt sich der DRV weiterhin gemeinsam mit anderen Branchenverbänden für eine Zukunft des Biodiesels ein und versucht alternative Märkte für Rapsöl zu erschließen.

Ölsaaten: Aktuelle Meldungen

 


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Energieprodukte

Der weltweite Energiebedarf steigt kontinuierlich. Bis zum Jahr 2030 wird eine Bedarfssteigerung um etwa die Hälfte des gegenwärtigen Verbrauchs erwartet, bis 2060 eine weitere Verdopplung auf dann 310.000 Mrd. kw/h prognostiziert.

Allerdings ist der seit dem zweiten Halbjahr 2014 zu beobachtende Preisverfall bei Rohöl gestoppt. Gleichwohl bewegten sich die Ölpreise auch in 2017/18 im Durchschnitt auf einem im langjährigen Vergleich niedrigen Niveau, das allerdings zunehmend spürbar über den Werten des Vorjahres lag.

In diesem Marktumfeld entwickelte sich der Inlandsabsatz von Mineralölprodukten in 2017 erfreulich und stieg um 3,5 Prozent auf 107,2 Mio. t. Der für den genossenschaftlichen Energiehandel sehr wichtige Absatz an leichtem Heizöl erhöhte sich erstmals seit mehreren Jahren wieder leicht um 0,3 % auf knapp 15,6 Mio. t. Die Zahl der Straßentankstellen nahm erneut leicht ab. Ende 2017 waren 14.114 Straßentankstellen (Vj. 14.147) am Markt tätig. Die Zahl der Autobahntankstellen stieg um 3 auf 360. Der Absatz an Ottokraftstoffen stieg um 1,6 %, der Absatz von Diesel um 2,0 %.

Der im letzten Jahr gestiegene Absatz an Heizölen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Energieprodukt wie auch alle anderen fossilen Energieträger vor einer herausfordernden Zukunft stehen. Die weiterhin im politischen Raum stehenden Forderungen nach einem Ausstieg bei den Heizölheizungen und Verbrennungsmotoren ab 2030 verunsichern die Branche erheblich. Der DRV hat erneut dazu beigetragen, dass eine solche Zielformulierung von der neuen Bundesregierung nicht aufgegriffen wurde. Vielmehr setzt sich der Verband für einen Energiemix ein, der die Versorgungssicherheit insbesondere des ländlichen Raums gewährleistet. Dazu zählen neben Erneuerbaren Energien auch hoch effiziente Brennwerttechnologien und Verbrennungsmotoren als Brückentechnologien.

Energieprodukte: Aktuelle Meldungen