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24.06.2019
Warenwirtschaft / Logistik: Plastikmüll

Plastikatlas von BUND und Heinrich-Böll-Stiftung

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Passend zum Verbot vieler Einwegkunststoffartikel haben die Umweltorganisation und die den Grünen nahestehende Stiftung eine informative Broschüre zur Verwendung und zum Verbleib von Kunststoffen herausgegeben.
 

Mit Meldung vom 21. Juni 2019 haben wir über ein EU-weites Verbot vieler Einwegkunststoffartikel ab Mitte 2021 berichtet. Passend zum Termin der Veröffentlichung der Richtlinie im Amtsblatt der Europäischen Union haben Anfang Juni BUND und Heinrich-Böll-Stiftung Ihren Plastikatlas veröffentlicht.

Ziel dieser 52 Seiten starken Broschüre ist es, kritische Aspekte rund um den Kunststoffkonsum zu bündeln und zu bewerten. In 19 Kapiteln werden ganz unterschiedliche Aspekte von Plastik behandelt, die mit Infografiken veranschaulicht werden. Der Plastikatlas schaut auf die steigende globale Plastikproduktion, die durch billiges Erdgas angeheizt wird und expandiert.

Laut Plastikatlas verbraucht die Landwirtschaft weltweit etwa 6,5 Millionen Tonnen Plasik pro Jahr. Der Obst- und Gemüseanbau ist ohne den Einsatz von Kunststoffen kaum noch denkbar: Bewässerungsanlagen, Gewächshäuser und Tunnel sind aus Plastik. Obstbäume und Sträucher werden gegen Vögel mit Plastik geschützt. Ganze Felder sind bedeckt, damit der Boden sich erhitzt und beispielsweise die Spargel-Ernte früher stattfinden kann.

Der Plastikatlas geht auch auf die Verunreinigung von Böden ein: Schätzungen ergäben, dass von den weltweit mehr als 400 Millionen Tonnen Plastik, die jährlich produziert werden, etwa ein Drittel in unterschiedlicher Form in Böden und Binnengewässern landeten. Alleine mittels Klärschlamm würden in Deutschland jährlich 9 696 t Plastik auf landwirtschaftlichen Nutzflächen verteilt.

Damit Kunststoffe aus der Landwirtschaft nicht unkontrolliert in die Umwelt gelangen, werden Agrarfolien hierzulande seit einigen Jahren mit dem System ERDE zurückgenommen und einer Verwertung zugeführt. Die gebrauchten Folien werden zu wertvollen Rohstoffen, unter anderem für neue Agrar- und Baufolien, Bewässerungsschläuche und Müllbeutel. Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen, der Deutsche Raiffeisenverband, der Bundesverband Agrarhandel sowie der Bundesverband Lohnunternehmen werden am 26. Juni 2019 dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Florian Pronold, eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Rücknahme und Verwertung gebrauchter Agrarfolien überreichen. Sie verfolgen gemeinsam das Ziel, die Recycling-Menge deutlich zu erhöhen und damit Zwangsregulierungen zuvorzukommen.

Download öffentlich


 
logo-signatur.png         Deutscher Raiffeisenverband e.V.
In Vertretung
Dr. Michael Reininger
Pflanzenschutz, Düngung, Gefahrstoffe, Digitalisierung
 
Telefon: 030 856214-533

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