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11.09.2019
Warenwirtschaft: Ackerbaustrategie

IVA: Perspektive Pflanzenbau mit 15 Maßnahmen

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Auch der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) stellt einen Maßnahmenkatalog für einen zukunftsfähigen Ackerbau vor. Er enthält 15 konkrete Maßnahmen für einen umweltschonenderen Ackerbau. Bauer Willi ruft mit grünen Kreuzen am Ackerrand zum stillen Protest auf.
 

Mit Meldung vom 10. April 2019 haben wir über ein Positionspapier zur Novelle der Düngeverordnung und deren Einfluss auf die Umsetzung wichtiger Ziele der Ackerbaustrategie der Deutschen Landwirtschaft berichtet, das die vier im Zentralausschuss der Deutschen Landwirtschaft (ZDL) vertretenen Spitzenverbände
– Deutscher Bauernverband (DBV),
– Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG),
– Deutscher Raiffeisenverband (DRV) und
– Verband der Landwirtschaftskammern (VLK)
haben gemeinsam mit dem Zentralverband Gartenbau (ZVG) erstellt haben.

Am 10. September 2019 hat nun der IVA ein Thesenpapier zum Ackerbau mit dem Titel Perspektive Pflanzenbau: 15 Maßnahmen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft (Kurzfassung) veröffentlicht. 

Die Vorschläge reichen von Maßnahmen, die sehr zügig umgesetzt werden können wie die Anlage von mehrjährigen Blühstreifen zur Förderung der Biodiversität oder standortangepassten, dicht bewachsenen Ackerrandstreifen, über von der Industrie voranzutreibende Innovationen und digitale Lösungen bei der Anwendung und Ausbringung bis zu völlig neuen Ansätzen, die ein grundsätzliches Umdenken, besonders im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, bewirken sollen:

  1. Effizienteste Nährstoffquelle nutzen ( Vorteile von Mineraldüngern)
  2. Einhaltung eines produktunabhängigen Gewässerrandstreifens von mindestens 5 Metern bei der Ausbringung von Pflanzenschutz-und Düngemitteln
  3. Förderung der Anlage von dauerhaft dicht bewachsenen Ackerrandstreifen an Gewässern bzw. Filterstreifen im Feld zur Vermeidung von Run-off (Erosion)
  4. Standortangepasste konservierende Bodenbearbeitung
  5. Anlage von mehrjährigen Blühstreifen (inklusive entsprechender Förderung)
  6. Erweiterte Fruchtfolgen
  7. Förderung von umweltschonender Applikationstechnik
  8. Integrierten Pflanzenschutz neu denken Konzept der ökologischen Schadensschwelle
  9. Gezielte Biodiversitätsberatung, die Ökologie und Ökonomie in Einklang bringt
  10. Erhöhung der finanziellen Mittel für solche Biodiversitätsmaßnahmen, die messbaren Erfolg generieren
  11. Ausbau moderner Infrastruktur (Datennetze im 5G-Standard bundesweit) und klare Regeln für die Digitalisierung in der Landwirtschaft
  12. Digitale Entscheidungstools
  13. Digitalisierte Dokumentation (in einem einheitlichen Datenformat) bei der Ausbringung von Betriebsmitteln für mehr Transparenz
  14. Einrichtung von Modellregionen, die die Möglichkeiten und den Nutzen von digitalen Lösungen bei der Ausbringung von Betriebsmitteln aufzeigen
  15. Einheitliche Wettbewerbsbedingungen beim Zugang zu Betriebsmitteln (z. B. Einhaltung von EU-weit einheitlichen Bewertungskriterien und Maßstäben bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln)

Gedacht sind die Vorschläge als Diskussionsgrundlage vor dem Hintergrund der für Herbst 2019 angekündigten Ackerbaustrategie der Bundesregierung, die bislang ausschließlich hinter verschlossenen Türen beraten worden ist und über deren Inhalt nur gemutmaßt werden kann.

Unterdessen haben einige Landwirte begonnen, ihren stillen Protest gegen das aktuelle Agrarpaket der Bundesregierung (Meldung vom 5. September 2019) mit einem grünen Kreuz am Ackerrand zum Ausdruck zu bringen. Unter dem Raiffeisen-Motto „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ ruft Bauer Willi dazu auf, Mahnkreuze aufzustellen und die Öffentlichkeit auf die massiven Einschnitte in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen.

Download öffentlich


 
logo-signatur.png         Deutscher Raiffeisenverband e.V.
In Vertretung
Dr. Michael Reininger
Pflanzenschutz, Düngung, Gefahrstoffe, Digitalisierung
 
Telefon: 030 856214-533

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