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22.07.2016
Hintergrundpapier

Aktuelles zur Genehmigung von Glyphosat

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Der DRV ist enttäuscht, dass ein funktionierendes Zulassungssystem für Wirkstoffe sabotiert wird – siehe Presseinformation vom 15. Juni 2016. Der international ausgezeichnete Ruf unabhängiger Einrichtungen wie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) auf nationaler und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auf europäischer Ebene wird bewusst beschädigt. Dahinter stehen Unternehmen der Angstindustrie, die ihr Spendenaufkommen erhöhen wollen, und Parteien in der Hoffnung auf zusätzliche Stimmen bei der Bundestagswahl. Höchst bedenklich ist auch die Positionierung führender Bundespolitiker, die der EU-Kommission vorwerfen, mit ihrer Entscheidung zur Verlängerung der Glyphosat-Zulassung das Vorsorgeprinzip zu missachten und damit der allgemeinen Europa-Kritik Vorschub leisten, während das Bundesumweltministerium nicht in der Lage ist, wichtige Regelungen zum sicheren Umgang mit Chemikalien rechtzeitig in deutsches Recht umzusetzen. Hintergrund Glyphosat ist seit 1974 in der EU als Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff zugelassen. Davor kamen die Landwirte ohne Glyphosat aus. Auch heute ist Landwirtschaft ohne Glyphosat möglich. Es müsste aber mehr gepflügt und gejätet werden und es kämen andere – weniger wirksame und weniger umweltverträgliche – Mittel zum Einsatz. Die Arbeitsbelastung und der Dieselverbrauch würden massiv zunehmen. Ebenso die Erosionsgefahr für die Böden. Erträge würden deutlich sinken. Einige Pflanzenbau-Standorte würden ganz aufgegeben. Steillagen beispielsweise im Weinbau unkrautfrei zu halten, würde den dort wachsenden Wein so verteuern, dass er nicht mehr vermarktbar wäre. Davon wären in Deutschland viele Flusstäler betroffen, mit erheblichen Auswirkungen auf das Landschaftsbild. Bei der Eisenbahn käme es zu deutlich mehr Verspätungen und die Fahrkarten würden teurer. Als Folge eines Glyphosat-Anwendungsverbotes würden auch die Rückstandshöchstgehalte in Lebens- und Futtermitteln auf Null gesenkt werden. Dies käme einem Importverbot gleich: Viele Lebensmittel, Südfrüchte und Gewürze würden aus den Regalen der Supermärkte verschwinden und extrem teuer werden. Ein politisch motiviertes Glyphosatverbot in der EU wird keine Region der Welt dazu bewegen, auf moderne Produktionstechniken zu verzichten. Wir brauchen Glyphosat ebenso wenig wie Mobiltelefone, tragbare Computer, Navigationsgeräte und Mikrowellenherde. Die meisten Menschen kämen auch ohne gentechnisch hergestelltes Humaninsulin zurecht. All das gab es 1974 noch nicht. Trotzdem sind wir Weltmeister geworden .. Das 

(Stand: 30. Juni 2016) beantwortet dazu Fragen:

  • zur Notwendigkeit von Pflanzenschutzmitteln,
  • zum zweistufigen Genehmigungs- und Zulassungssystem,
  • zu den Zweifeln an der Unbedenklichkeit von Glyphosat,
  • zur politischen Beeinflussung des Genehmigungs- und Zulassungssystems und
  • zur Bewertung des Deutschen Raiffeisenverbandes. 


 
DRV Deutscher Raiffeisenverband e.V.
In Vertretung
Dr. Michael Reininger
Betriebsmittel, Verkehr und Logistik
 
Telefon: 030 856214-533
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