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13.10.2020
Warenwirtschaft: Pflanzenschutz

Die Schweiz ohne synthetische Pestizide?

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Eine Studie der Universität St. Gallen untersuchte die Folgen der Initiative „Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide“. Sie belegt, dass ein Verzicht auf synthetische Pestizide der Schweizer Lebensmittelproduktion und damit der Ernährungssicherheit, höhere Produktionskosten und Hygienerisiken in der Lebensmittelindustrie zur Folge hätte.
 

Die Initiative „Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide“ sieht vor, den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Bioziden im Inland wie auch für importierte Lebensmittel zu verbieten. Die Initiative war im Mai 2018 eingereicht worden. Sie verlangt, dass der Einsatz von synthetischen Pestiziden in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege verboten wird.

Da mit den Anforderungen der Initiative die Erträge sinken würden, sänke der Selbstversorgungsgrad von aktuell 58 auf 42 Prozent. Zu erwarten wären außerdem – so die aktuelle Studie der UniversitätSt. Gallen – große Veränderungen im Sortiment von in der Schweiz produzierten Agrarprodukten. Insbesondere wäre das inländische Angebot an Zucker, Früchten, Gemüsen, Kartoffeln und Fleisch – vor allem Schweine- und Geflügelfleisch – stark beeinträchtigt.

Während sich die öffentliche und politische Debatte in der Schweiz auf Pflanzenschutzmittel fokussiert, weist die Studie auf die Wichtigkeit von Bioziden in der Lebensmittelverarbeitung hin. Industrievertreter machen darauf aufmerksam, dass diese kaum durch nicht-synthetische Produkte ersetzbar sind, was die Gewährleistung einer einwandfreien Lebensmittelqualität gefährdet. Auch wäre die Lagerung von Lebensmitteln und Rohstoffen betroffen.

Die Schweiz exportiert heute große Mengen an Lebensmitteln, die aus importierten Rohstoffen wie Kaffee oder Kakao hergestellt werden. Um den Bedarf der Industrie bei der Annahme der Initiative zu decken, würden 21 Prozent der weltweiten Bio-Kaffeeproduktion und 50 Prozent der weltweiten Bio-Kakaoproduktion benötigt. Die auferlegten Importbeschränkungen könnten Lebensmittelhersteller dazu veranlassen, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Im Bereich der internationalen Logistik wirft die Initiative zudem erhebliche praktische Probleme auf. Alle erwähnten Faktoren hätten zudem Auswirkungen auf die Konsumentenpreise, was den Einkaufstourismus anheizen würde.

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logo-signatur.png         Deutscher Raiffeisenverband e.V.
In Vertretung
Dr. Michael Reininger
Pflanzenschutz, Düngung, Gefahrstoffe, Digitalisierung
 
Telefon: 030 856214-533

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