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13.09.2018
Ware / Logistik: Nutzfahrzeuge

Transportverbände für 44-Tonner

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DRV und 16 weitere Verbände fordern als „Initiative Verkehrsentlastung“ eine Erhöhung der zulässigen LKW-Gesamtgewichte auf 44 t. Damit ließe sich eine deutliche Reduktion des Fahrzeugaufkommens erzielen.

Nach jahrelangen Diskussionen und Testläufen kann der Lang-LKW (auch „Gigaliner“ oder „Monster-Truck“ genannt) zwischenzeitlich bundesweit eingesetzt werden (Meldung vom 29. Dezember 2016). Obwohl sich das Gewicht beim Lang-LKW auf mehr Achsen verteilt, galt eine Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts immer als absolutes Tabu: Es hätte den Gegnern zusätzliche Argumente geliefert und damit das Projekt gefährdet. Lang-LKW sind damit nur sinnvoll einsetzbar für Transporte leichter, voluminöser Güter zwischen Produktionsstandorten. Genossenschaftlichen Unternehmen bringen sie kaum Vorteile.

Genossenschaftliche Unternehmen transportieren i. d. R. schwere und kompakte Güter, bei denen die nationale 40-Tonnengrenze der limitierende Faktor darstellt. Deshalb fordert der DRV nun – gemeinsam mit 16 weiteren Verladerverbänden – als „Initiative Verkehrsentlastung“ eine Angleichung des zulässigen Gesamtgewichts bei Lastkraftwagen (LKW) von 40 auf 44 t, wie es bereits im Kombinierten Verkehr möglich ist. Insgesamt können sich so mehrere Millionen LKW-Fahrten jährlich einsparen lassen.

Die meisten Nutzfahrzeuge sind ohnehin für 44-t-Verkehre ausgelegt und fahren bislang oft technisch unterausgelastet. Im Kombinierten Verkehr sind Transporte mit 44 t seit Jahrzehnten erlaubt. Zudem könnte durch die Angleichung des zulässigen Gesamtgewichts im grenznahen Bereich gegenüber den meisten EU-Nachbarländern eine Wettbewerbsgleichheit hergestellt oder der Rückstand beim zulässigen Gesamtgewicht zumindest verringert werden. In Belgien, Luxemburg, Frankreich und Tschechien 44 t erlaubt, in den Niederlanden 50 t und in Dänemark sogar 54 t. Langfristiges Ziel ist auch eine europaweit einheitliche Erhöhung der LKW-Gewichtsgrenze auf 44 t bei grenzüberschreitenden Verkehren.

Weniger Transporte bei gleichem Güteraufkommen würden auch den zwischenzeitlich spürbaren Mangel an qualifizierten Fahrern entschärfen. Gemäß der BAG-Marktbeobachtung Güterverkehr 2017 ist der Fahrermangel schon heute begrenzender Faktor. Das bereits heute ausgereizte Fernstraßennetz würde – zumindest partiell – entlastet. Bis 2030 wird mit einem zweistelligen Wachstum des Straßengüterverkehrs gerechnet. Hierauf müssen Antworten gefunden werden.

Der Initiative Verkehrsentlastung gehören – neben dem DRV – unter anderem an: Mineralölwirtschaftsverband, Verband der Chemischen Industrie, Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden, Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft, Verband Deutscher Papierfabriken und Wirtschaftsvereinigung Stahl.

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