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26.04.2018
Parlamentarisches Frühstück

Grain-Club-Dialogveranstaltung: Proteinversorgung weltweit sicherstellen

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Berlin, 26. April 2018. Der weltweite Proteinverbrauch wird mit zunehmendem Fleischkonsum, insbesondere in China und den Schwellenländern, weiter steigen. Zudem rechnet die FAO mit knapp 10 Milliarden Menschen im Jahr 2050, deren Versorgung mit Proteinen in Form von tierischen Lebensmitteln eine globale Herausforderung darstellt. Was sind die Folgen für Europa und Deutschland? Kann für die Nutztierversorgung das Protein aus Sojaschrot durch Eiweiß von Insekten ersetzt werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Dialogveranstaltung des Grain Clubs.

Sojaimporte für Deutschland ohne Alternative

Für die Tierhaltung in Deutschland haben Importfuttermittel eine erhebliche Bedeutung. 2016 lag der Futterproteinverbrauch in Deutschland bei 7 Millionen Tonnen, hiervon liefern Sojabohnen gut 72 Prozent (Zahlen BMEL 2016/17; GC trendbrief agrarwirtschaft Nr. 4). Importierte Sojabohnen und ‑schrot aus Nord- und Lateinamerika bilden auch in Zukunft die Hauptquelle für die Versorgung mit Eiweißfuttermitteln. Um die aus importiertem Sojaschrot benötigten Proteinmengen zu ersetzen, müssten die Flächen für Raps, Erbsen und heimische Sojabohnen um ein Vielfaches ausgeweitet werden, lautete das Fazit von Dr. Oliver Balkhausen, Vorsitzender der Sektion „Markt und Gemeinsame Agrarpolitik“ COCERAL/Brüssel. Die Folge wären ein deutlicher Rückgang der europäischen Getreideproduktion und eine Gefährdung des Status der EU als verlässlicher Lieferant von Grundnahrungsmitteln. Eine nachhaltige Eiweißversorgung ist nur mit dem Import von Sojabohnen und -schrot vereinbar: „Zahlreiche Unternehmen gehen hier mit gutem Beispiel voran und implementieren firmeneigene Nachhaltigkeitssiegel oder schließen sich internationalen Standards an.“

Wichtig sind Produktionssteigerung und Reduzierung umweltbelastender Emissionen

Der zweite Referent der Dialogveranstaltung, Prof. Dr. Wilhelm Windisch von der TU München-Weihenstephan, weist darauf hin, dass mit Insekten als Proteinquelle für landwirtschaftliche Nutztiere zusätzliche Emissionen entstünden. Das Ausmaß der potenziellen Umweltbelastung durch die Aufzucht der Insekten wäre größer als bei der direkten Verfütterung der gleichen erforderlichen Menge Futterproteine an landwirtschaftliche Nutztiere. Erfolgversprechender sei deshalb die Strategie der „sustainable intensification“, der signifikanten Steigerung der Effizienz der Produktion, die einen geringeren Verbrauch an Ressourcen und einen Rückgang umweltbelastender Emissionen zur Folge hat. Hierfür gibt es in der Nutztierhaltung noch beträchtlichen Spielraum.

Balance aus Klimaschutz und Ernährungssicherung

Der Grain Club, die Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittelwirtschaft, setzt sich für die Balance aus nationalem Klimaschutz und globaler Ernährungssicherung ein. Bewährt hat sich dabei das Prinzip der Gunstregionen, wonach dort angebaut wird, wo es die besten klimatischen und agrotechnischen Voraussetzungen gibt.

 

Über den Grain Club

Die Mitglieder des Grain Clubs repräsentieren die verschiedenen Stufen der Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenwirtschaft. In der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind die Mitgliedsunternehmen dieser Verbände in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen Verarbeitung, Herstellung und Handel tätig. Zum Grain Club gehören: Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V., Deutscher Raiffeisenverband e.V., Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e.V., Deutscher Verband Tiernahrung e.V., OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V. sowie der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V.

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logo-signatur.png         Deutscher Raiffeisenverband e.V.
Im Auftrag
Nora Haunert M.Sc.
Saatgut, Zukunftstechnologien, Political Affairs, Internationale Handelsbeziehungen
 
Telefon: 030 856214-560

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