Obst, Gemüse, Gartenbau

 

 

Witterung:

Trotz Trockenheit stabiler Jahresumsatz

Im Jahr 2018 waren Februar und März in Deutschland überdurchschnittlich kalt und nass, danach setzte ein langer Sommer mit hohen Temperaturen und einem kräftigen Niederschlagsdefizit ein. Diese besondere Witterung wirkte sich je nach Kultur unterschiedlich aus. In Summe erzielten die Unternehmen der genossenschaftlichen Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft 2018 einen stabilen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro.

Gemüse mit knappem Angebot und meist höheren Umsätzen

Die früh einsetzende und langanhaltende Hitzeperiode mit geringen Niederschlägen sorgte 2018 zunächst bei satzweise angebautem Gemüse für ein reichliches Angebot, da dieses überwiegend beregnet wird. Allerdings sind die Beregnungskapazitäten in Mitteleuropa meist nicht auf eine Vollversorgung mit Wasser ausgelegt, die 2018 aber notwendig gewesen wäre. Damit setzte Anfang Juli eine knappere Marktversorgung mit entsprechender Preisreaktion ein. Gemüsearten mit langer Entwicklungszeit konnten den Rückstand im Herbst nicht aufholen und brachten durchweg geringere Flächenerträge. Bei den üblichen geringen Nachfrageelastizitäten führte dies zu steigenden Umsätzen. Die Einkaufsmengen der Privathaushalte gingen geringfügig zurück (-2 %), die Verbraucherausgaben für Frischgemüse blieben aber konstant.

Zierpflanzenmarkt leicht im Plus

Trotz des Hitzesommers entwickelte sich der Zierpflanzenmarkt 2018 leicht positiv, das Marktvolumen zu Einzelhandelspreisen stieg um knapp 1 % auf 8,7 Mrd. Euro. Das Ergebnis ist ein wenig hinter dem guten Ergebnis aus 2016 zurückgeblieben, ist damit aber das zweitbeste Jahr in der Betrachtung der Marktentwicklung seit dem Jahr 2010. Die Gewinner des Marktes finden sich vor allem bei den Topf- und Gartenpflanzen. Der Markt für Schnittblumen schrumpfte dagegen etwas, die Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) geht von einem Umsatzrückgang von knapp 2 % aus. 

 

Arbeitsfelder der DRV-Sparte Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft

Politische Herausforderungen

Die Branche ist weiterhin intensiv bestrebt, neue Absatzmärkte in Drittländern, insbesondere in Asien zu erschließen, um die Folgen des russischen Importstopps auszugleichen. Mit Einführung des Mindestlohns haben die Produzenten und Erzeugerorganisationen erhöhte Lohnkosten zu verkraften. Der DRV hat sich gegenüber der Politik im Schulterschluss mit befreundeten Verbänden für Ausnahmeregelungen für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft eingesetzt. Die Regionalität genießt in der Vermarktung bei den Verbrauchern gleichbleibend höchste Priorität. Somit haben deutsche Produkte eine gute Position am Markt.

Gemeinschaftsstand in Hongkong

Auf der Asia Fruit Logistica in Hongkong war Deutschland vom 5. bis 7. September 2018 das zweite Mal in Folge auf Initiative der BVEO und des „Fruchthandel Magazins“ mit einem durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Gemeinschaftsstand vertreten. Zehn Unternehmen der deutschen Obst- und Gemüsewirtschaft präsentierten sich dem stetig wachsenden Fachpublikum. In der Nachfrage des asiatischen Raumes liegt Potenzial für hiesige Produkte.

DRV-Fachtagung

Die DRV-Fachtagung Obst und Gemüse fand vom 17. bis 19. März 2018 im Penta Hotel in Leipzig statt. Schwerpunktthemen waren Aspekte in der Verbraucherkommunikation, Nachhaltigkeit und Verpackungen, die aktuellen Entwicklungen zur GAP nach 2020, Unfaire Handelspraktiken und der Themenblock Gemeinsame Marktorganisation.

Gemeinsame Gemüsekampagne

Den Frischgemüsekonsum der jungen Generation anzukurbeln, das ist das Ziel einer neuen Kampagne speziell für den Gemüsebereich. Von 2019 bis Ende 2021 wird die Kampagne mit dem Slogan „Gemüse sind die neuen Sneakers“ auf dem deutschen und belgischen Markt laufen und mit frechen Sprüchen und kurzen Videos Gemüse in den Mittelpunkt stellen. Über diverse Social-Media-Kanäle soll sie junge Leute zwischen 20 und 30 Jahren ansprechen, um mehr Gemüse auf ihren Speiseplan zu bringen. Finanziell unterstützt wird die Kampagne durch die EU. Partner auf der belgischen Seite ist Flanderns Agrar-Marketing-Büro (VLAM). 

„Deutschland – Mein Garten.“

Die erfolgreiche Kampagne der vergangenen Jahre inklusive der Betreuung des Pressebüros, der Beantwortung von Presseanfragen, begleitender Medienarbeit sowie der Pflege und dem Ausbau der Webseite und der sozialen Kanäle wurde fortgesetzt. Highlight-Aktionen in 2018 waren der Tag des deutschen Apfels, das erste deutsche Tomatenfestival auf der Insel Reichenau, eine Neuauflage des sehr erfolgreichen Saisonkalenders, die Fortführung der Ernte-Tour, das traditionelle Apfelkabinett im Kanzleramt und die Übergabe von 200 Obstbäumen anlässlich des 200. Geburtstages von Friedrich Wilhelm Raiffeisen an karitative Einrichtungen. Diese Aktion der deutschen Obst- und Gemüsebaugenossenschaften und Erzeugerorganisationen anlässlich des Jubiläumsjahres fand an exponierter Stelle auf dem Platz der Republik vor dem Reichstag statt. Die Webseite kommt im Schnitt auf 100.000 Besuche pro Monat und die Facebook-Seite zählt mittlerweile knapp 9.000 Fans. Mehr unter www.deutsches-obst-und-gemuese.de