Milch

 

Milchwirtschaft

In den Molkereigenossenschaften haben sich die Milcherzeuger wirtschaftlich organisiert, um ihre Position auf den Märkten zu stärken, eigenen Einfluss auf die Märkte auszuüben und damit auch den Wettbewerb auf diesen Märkten mit zu gestalten. Damit ist die unternehmerische Zielsetzung der genossenschaftlichen Milchwirtschaft darauf ausgerichtet, die von den Erzeugern aufgenommene Milch in leistungsfähigen Unternehmenseinheiten weitestgehend über ertragreiche und zukunftssichere Märkte zu verwerten.   

Jahresumsatz von rund 14,1 Mrd. Euro

Zur genossenschaftlichen Milchwirtschaft zählten zum Jahresende 2021 insgesamt 162 Unternehmen, die einen Umsatz von rd. 14,1 Mrd. Euro erzielten. Die Milchverarbeitung konzentriert sich inzwischen auf 32 genossenschaftliche Unternehmen.

Bei den restlichen zur Sparte zählenden Unternehmen handelt es sich in der weit überwiegenden Anzahl um Milchliefergenossenschaften, die den von ihren Mitgliedern erfassten Rohstoff an Verarbeitungsunternehmen weiterleiten. Die genossenschaftliche Milchwirtschaft ist mit einem sich rasch wandelnden wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert.

Milchmarkt 2021

Der Milchmarkt war 2021 weiterhin durch die Corona-Pandemie geprägt. Die hiermit verbundenen vielfältigen Herausforderungen konnte die genossenschaftliche Milchwirtschaft im zweiten Jahr in Folge allerdings gut meistern. Den Molkereien gelang es, mit großem organisatorischen und finanziellen Aufwand die Lieferketten aufrechtzuerhalten und damit die Erfassung der Milch auf den landwirtschaftlichen Betrieben, die Verarbeitung und die Versorgung der Bevölkerung mit Milchprodukten sicherzustellen.

Bei einer insgesamt guten globalen und nationalen Nachfrage nach Milchprodukten bei einer gleichzeitig weltweit verhaltenen Angebotsentwicklung hat sich der Milchmarkt im Laufe des Jahres 2021 deutlich befestigt. Steigende Preise für Milchprodukte an den nationalen und globalen Märkten führten zu höheren Milcherzeugerpreisen. Die gesamte Branche ist gleichzeitig durch höhere Kosten belastet. Neben höheren Aufwendungen, unter anderem für Energie, Logistik, Verpackungsmaterial, spielen hierbei auch die Umsetzung stetig steigender Anforderungen im Blick auf die Tierhaltung und das Tierwohl und einer damit einhergehenden Rohstoff- und Marktdifferenzierung eine wachsende Rolle.

Im Jahr 2021 erreichte die Milchanlieferung deutscher Erzeuger an die Molkereien 31,2 Millionen Tonnen, was einem Rückgang um 2,1 Prozent entspricht. Diese Menge lag unter derjenigen im Jahr 2015, dem Jahr des Ausstiegs aus der europäischen Milchquotenregelung. Das Wachstum der Anlieferung von Biomilch hat sich weiter verlangsamt. Nach einem Zuwachs im Vorjahr um 4,2 Prozent erreichte dieser nur noch rd. 2,7 Prozent. Damit erreichte deren Anteil an der Gesamtanlieferung etwa 4 Prozent. In der EU-27 stagnierte die Milchanlieferung. Mit 144,4 Millionen Tonnen lag sie auf dem Vorjahresniveau.

Die Milcherzeugerpreise haben sich im Jahresverlauf den Marktentwicklungen folgend kontinuierlich nach oben entwickelt. Der Preis für konventionelle Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß erreichte im Jahresdurchschnitt 36,27 Cent je Kilogramm. Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit Rückgängen entspricht dies einer Steigerung um rund 10,5 Prozent.

 

 

Eine bedeutende Sparte innerhalb des Genossenschaftsverbunds stellt die Tierische Veredelung dar. Sie umfasst die Futter-, Vieh- und Fleisch- sowie die Milchwirtschaft. Die Systeme und Maßnahmen zur Qualitätssicherung zeigen, dass die genossenschaftlichen Unternehmen verantwortungsvoll kontrollieren und zur Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette beitragen. Oberstes Ziel dieser Maßnahmen ist der wirkungsvolle Verbraucher- und Tierschutz.