Milch

 

Milchwirtschaft

In den Molkereigenossenschaften haben sich die Milcherzeuger wirtschaftlich organisiert, um ihre Position auf den Märkten zu stärken, eigenen Einfluss auf die Märkte auszuüben und damit auch den Wettbewerb auf diesen Märkten mit zu gestalten. Damit ist die unternehmerische Zielsetzung der genossenschaftlichen Milchwirtschaft darauf ausgerichtet, die von den Erzeugern aufgenommene Milch in leistungsfähigen Unternehmenseinheiten weitestgehend über ertragreiche und zukunftssichere Märkte zu verwerten.
 

Jahresumsatz von rund 11,7 Mrd. Euro

Zur genossenschaftlichen Milchwirtschaft zählten zum Jahresende 2017 insgesamt 198 Unternehmen, die einen Umsatz von rd. 13,7 Mrd. Euro erzielten. Die Milchverarbeitung konzentriert sich inzwischen auf 32 genossenschaftliche Unternehmen.
 

Bei den restlichen zur Sparte zählenden Unternehmen handelt es sich in der weit überwiegenden Anzahl um Milchliefer-genossenschaften, die den von ihren Mitgliedern erfassten Rohstoff an Verarbeitungsunternehmen weiterleiten. Die genossenschaftliche Milchwirtschaft ist mit einem sich rasch wandelnden wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert.

Milchmarkt 2017

Nach zwei sehr schwierigen Jahren war 2017 für die Milcherzeuger und ihre Molkereien ein Lichtblick. Die bereits seit Herbst 2016 geringeren Anlieferungen führten zu einer deutlichen Entspannung. Anfang 2017 lagen die Auszahlungspreise bereits über der 30-Cent-Marke und stiegen dann weiter deutlich an.
 

Mit den steigenden Milchpreisen zeigte sich die Milcherzeugung der EU bereits ab dem zweiten Quartal wieder expansiv. Im gesamten Kalenderjahr 2017 erhöhte sich die Milchanlieferung um etwa 1,9 Prozent auf rd. 155 Mio. t. Hingegen blieb in Deutschland die Entwicklung hinter der der EU-28 zurück. Hier wurde die Vorjahreslinie erst im August wieder überschritten. Die Anlieferung der deutschen Milcherzeuger lag mit 31,3 Mio. t um 0,2 Prozent unter dem Vorjahr. Dabei zeigte sich eine deutliche Ausweitung im Segment der Biomilch. Hier wurden rd. 18 Prozent mehr an die Molkereien geliefert. Dennoch ist der Anteil an der Gesamtanlieferung mit 3 Prozent noch gering.
 

Mit den extrem auseinanderklaffenden Verwertungen für Fett und Eiweiß war 2017 ein neues Phänomen auf dem Milchmarkt zu beobachten. Während die Butterpreise alle Prognosen übertrafen, war der Milchpulvermarkt überversorgt. Hier belasten die hohen Interventionsbestände den Eiweißmarkt.

 

Nach zwei wirtschaftlich kritischen Jahren war 2017 für die Milcherzeuger endlich wieder ein erfolgreicheres Jahr. Der durchschnittliche Erzeugerpreis lag 2017 bei etwa 36,0 Cent/kg und somit um gut 9 Cent/kg bzw. rund 35 % über dem Vorjahresniveau. Dieser Wert kommt nicht ganz an die Spitzenjahre 2013/2014 heran. Dennoch konnten die Milcherzeuger und ihre Molkereien erstmals wieder aufatmen.

 

 

 

Eine bedeutende Sparte innerhalb des Genossenschaftsverbunds stellt die Tierische Veredelung dar. Sie umfasst die Futter-, Vieh- und Fleisch- sowie die Milchwirtschaft. Die Systeme und Maßnahmen zur Qualitätssicherung zeigen, dass die genossenschaftlichen Unternehmen verantwortungsvoll kontrollieren und zur Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette beitragen. Oberstes Ziel dieser Maßnahmen ist der wirkungsvolle Verbraucher- und Tierschutz.