Milch

 

Milchwirtschaft

In den Molkereigenossenschaften haben sich die Milcherzeuger wirtschaftlich organisiert, um ihre Position auf den Märkten zu stärken, eigenen Einfluss auf die Märkte auszuüben und damit auch den Wettbewerb auf diesen Märkten mitzugestalten. Damit ist die unternehmerische Zielsetzung der genossenschaftlichen Milchwirtschaft darauf ausgerichtet, die von den Erzeugern aufgenommene Milch in leistungsfähigen Unternehmenseinheiten weitestgehend über ertragreiche und zukunftssichere Märkte zu verwerten. Zur genossenschaftlichen Milchwirtschaft zählen insgesamt ca. 150 Unternehmen. Die Milchverarbeitung konzentriert sich inzwischen auf 28 genossenschaftliche Unternehmen.

Milchmarkt 2024

Der Milchmarkt in Deutschland hat sich 2024 fest entwickelt. Maßgeblich waren hierfür ein knappes Angebot an Milchfett, das zu neuen Höchstständen beim Butterpreis führte, sowie ein erneut gewachsener Käsemarkt. Beides führte zu einer insgesamt positiven Entwicklung der Milchverwertung. Die Nachfrage der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher, die in den letzten Jahren unter der gestiegenen Inflation gelitten hatte, hat sich weiter erholt. Die Umsätze in der deutschen Milchverarbeitung (ohne Speiseeis) im Jahr 2024 stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 % auf rund 37 Milliarden Euro. Die positive Entwicklung des Milchmarktes kam 2024 auch in verbesserten Milchpreisen zum Ausdruck. Im Bundes- und Jahresdurchschnitt lag der Preis für konventionelle Milch ab Hof bei 48,12 Cent/Kilogramm. Dies war ein Anstieg um 2,8 Cent oder 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit wurde der historisch zweithöchste Erzeugerpreis gezahlt.

Die Milchanlieferung deutscher Erzeugerbetriebe an ihre Molkereien lag im Jahr 2024 bei 31,3 Millionen Tonnen, was einem Rückgang um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Eine wesentliche Ursache dafür war der Ausbruch der Blauzungenkrankheit. Diese führte in den betroffenen Betrieben bei den Tieren zu geringeren Milchleistungen, Fruchtbarkeitsstörungen und teilweise auch zum Tierverlust. Die Erzeugung von Biomilch nahm mit einer Steigerung der Anlieferung von 1,9 Prozent im Jahr 2024 hingegen erneut zu. Der Anteil der Biomilch an der Gesamtanlieferung deutscher Erzeugung stieg damit leicht auf rund 4,5 Prozent an. In der EU bewegte sich die Milchanlieferung mit rund 145,2 Millionen Tonnen im Kalenderjahr 2024 zeitweise über der Vorjahreslinie und erreichte damit erstmals seit dem Jahr 2020 einen leichten Anstieg von 0,3 Prozent. Der weltweite Handel mit Milchprodukten sah 2024 ebenso eine positive Entwicklung. Verantwortlich dafür war die Nachfragesteigerung in den wichtigen Importländern, hauptsächlich in Südostasien, Nordafrika und dem Nahen Osten.

Strukturwandel in der deutschen Milchviehhaltung

Der Strukturwandel in der deutschen Milchviehhaltung setzt sich weiter fort. Im Jahr 2024 lag die Zahl der Betriebe, die Milchkühe halten, erstmals unter der Marke von 50.000. Ursachen hierfür sind überbordende Bürokratie, fehlende Hofnachfolge oder ausbleibende Planungssicherheit für den Tierhaltungsstandort Deutschland.


 

Eine bedeutende Sparte innerhalb des Genossenschaftsverbunds stellt die Tierische Veredelung dar. Sie umfasst die Futter-, Vieh- und Fleisch- sowie die Milchwirtschaft. Die Systeme und Maßnahmen zur Qualitätssicherung zeigen, dass die genossenschaftlichen Unternehmen verantwortungsvoll kontrollieren und zur Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette beitragen. Oberstes Ziel dieser Maßnahmen ist der wirkungsvolle Verbraucher- und Tierschutz.