Milch

 

Milchwirtschaft

In den Molkereigenossenschaften haben sich die Milcherzeuger wirtschaftlich organisiert, um ihre Position auf den Märkten zu stärken, eigenen Einfluss auf die Märkte auszuüben und damit auch den Wettbewerb auf diesen Märkten mit zu gestalten. Damit ist die unternehmerische Zielsetzung der genossenschaftlichen Milchwirtschaft darauf ausgerichtet, die von den Erzeu-gern aufgenommene Milch in leistungsfähigen Unternehmenseinheiten weitestgehend über ertragreiche und zukunftssichere Märkte zu verwerten.  

Jahresumsatz von rund 13,5 Mrd. Euro

Zur genossenschaftlichen Milchwirtschaft zählten zum Jahresende 2019 insgesamt 171 Unter-nehmen, die einen Umsatz von rd. 13,5 Mrd. Euro erzielten. Die Milchverarbeitung konzentriert sich inzwischen auf 32 genossenschaftliche Unternehmen

Bei den restlichen zur Sparte zählenden Unternehmen handelt es sich in der weit überwiegen-den Anzahl um Milchliefergenossenschaften, die den von ihren Mitgliedern erfassten Rohstoff an Verarbeitungsunternehmen weiterleiten. Die genossenschaftliche Milchwirtschaft ist mit ei-nem sich rasch wandelnden wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert.

Milchmarkt 2019

Der Milchmarkt zeigte sich nach den in den Vorjahren zu beobachtenden starken Schwankun-gen 2019 in einer ausgeglichenen Verfassung. Während es bei Butter und Magermilchpulver zu deutlichen Preisveränderungen kam, bewegten sich die übrigen Notierungen eher seitwärts. In den Sommermonaten kam es erneut zu Trockenheit, die zu einer regional unterschiedlichen Grundfuttersituation mit der Folge steigender Kosten für die Milcherzeuger führte. Die Milcher-zeugerpreise veränderten sich im Jahresverlauf kaum und kamen im Durchschnitt nicht ganz an das Vorjahresergebnis heran. 

Die Milchanlieferung der deutschen Erzeuger an die Molkereien erreichte im Jahr 2019 31,7 Millionen Tonnen und lag mit einer geringen Steigerung um 0,1 Prozent auf dem Vorjahresni-veau. Die Gehalte an Inhaltstoffen sind hingegen angestiegen, so dass etwas mehr Fett und Eiweiß produziert wurde. Auch in der EU-28 entwickelte sich die Milchanlieferung moderat. Hier war eine leichte Steigerung um 0,6 Prozent auf 158,3 Millionen Tonnen zu verzeichnen.

Bei den Produktpreisen zeigten sich gegenläufige Entwicklungen auf der Fett- und Eiweißseite. Nachdem in den letzten Jahren hohe Fett- und niedrige Eiweißpreise zu verzeichnen waren, kehrte sich dies 2019 um. Aufgrund höherer Verfügbarkeit gaben die Butterpreise deutlich nach, womit sie die Milchpreise weniger gestützt haben. Der Markt für Magermilchpulver hat sich hingegen nach einer mehrjährigen und deutlichen Schwächephase und dem erfolgten Ab-bau der Interventionsbestände erholt. Zur Marktbefestigung haben neben einer guten Nachfra-ge im Binnenmarkt auch eine gestiegene Nachfrage vom Weltmarkt und damit umfangreiche Ausfuhren von Magermilchpulver beigetragen.

Die Milchauszahlungspreise haben wie bereits im Vorjahr auch 2019 leicht nachgegeben. Der Preis für konventionelle Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß lag im Jahresdurch-schnitt bei 33,70 Cent je Kilogramm, was einem Rückgang um knapp 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 
 

 

 

Eine bedeutende Sparte innerhalb des Genossenschaftsverbunds stellt die Tierische Veredelung dar. Sie umfasst die Futter-, Vieh- und Fleisch- sowie die Milchwirtschaft. Die Systeme und Maßnahmen zur Qualitätssicherung zeigen, dass die genossenschaftlichen Unternehmen verantwortungsvoll kontrollieren und zur Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette beitragen. Oberstes Ziel dieser Maßnahmen ist der wirkungsvolle Verbraucher- und Tierschutz.